Amazon nimmt Kampf gegen Fake-Rezensionen an! Aber reicht das?

Wir wissen, wie wichtig Rezensionen bei Amazon oder insgesamt auch im E-Commerce sind. Auch für das Thema Amazon SEO spielen Rezensionen eine wichtige Rolle. Kaum verwunderlich daher, dass im Kampf um Rezensionen auch immer wieder auf  unfaire Mittel gesetzt wird.

Amazon will gegen gefakte Rezensionen intensiver vorgehen, hat jüngst seine Richtlinien für Produktbewerbungen angepasst. Als Plattformanbieter ist es schwer die Kontrolle und Übersicht über Rezensionen zu behalten. Amazon hat daher die Änderung vorgenommen, die insbesondere Rezensenten nun betreffen. Ab sofort dürfen Kunden in den USA nur noch dann eine Rezension schreiben, wenn diese mindestens einen Einkaufswert von 50 US Dollar verzeichnen konnten.

Was bringt die neue Amazon Richtlinie im Kampf gegen Fake-Bewertungen?

Die Änderung ist aus meiner Sicht äußerst zweifelhaft. Denn die 50 US Dollar beziehen sich nicht auf den aktuellen Einkauf jeweils, sondern auf den Umsatz, den ein Account insgesamt gemacht hat. Der Großteil der Kunden wird über diese Hürde problemlos kommen. Zumal Amazon-Neukunden, die den Wert vielleicht noch nicht geschafft haben, aber eine ehrliche Rezension abgeben wollen, erst einmal ausgegliedert werden. Ähnlich wie man es von verschiedenen Foren kennt. Erst ab einer gewissen Anzahl von Beiträgen innerhalb des Forums darf man bestimmte Bereiche erst besuchen oder gar selbst einen Beitrag eröffnen.

Wie auf marketplace-analytics zu lesen war, gibt es eine solche Accountgrenze bereits seit einigen Monaten. Bisher soll diese aber bei 5 US Dollar gelegen habe und wohl keinerlei Auswirkungen gezeigt haben. Andernfalls ist nicht erklärbar, weshalb Amazon diese Grenze nun erhöht hat.

Unabhängig der neuen Umsatzgröße bleib abzuwarten, ob Amazon alleine durch diese Maßnahme Fake-Rezensionen entgegenwirken kann. Der Test wird zunächst auch wohl nur in den USA zum Tragen kommen. Sollten die Ergebnisse positiv ausfallen, wird es eine Ausweitung in die anderen Märkte, also auch bei uns in Deutschland, sicherlich rasch geben.

Was ist mit Gefälligkeitsbewertungen

So wie es aussieht, sind Gefälligkeitsbewertungen von dieser Regel zunächst ausgeschlossen. Konsumenten, die Waren der Amazon Händler also kostenlos zum Test oder stark rabattiert erhalten haben, sind von dieser Regelung zunächst einmal nicht betroffen.

Die Frage an dieser Stelle bleibt, wie ehrlich und richtig Gefälligkeitsbewertungen insgesamt sind. Letztlich bekommt der Nutzer die Waren im Vorfeld meist geschenkt und soll im Gegenzug eine Bewertung abgeben. Das diese Bewertungen in den meisten Fällen dann nicht negativ ausfallen, muss an dieser Stelle denke ich nicht weiter thematisiert werden.

Amazon – die Balance muss stimmen

Amazon muss die Balance zwischen ehrlichen und gefakten Rezensionen finden. Rezensionen sind wichtig, den richtigen Hebel hier anzusetzen und Fake-Rezensionen auf die Spur zu kommen, ist nicht ganz so trivial. Insbesondere, weil der Amazon-Algorithmus Rezensionen signifikant in die Berechnung nimmt. Die umgesetzte Maßnahme reicht aus meiner Sicht nicht und ist eher PR-Maßnahme und Beruhigung als tatsächlich ein Vehicle um den Kampf gegen Fake-Rezensionen richtig aufnehmen zu können.

 

 

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2 thoughts on “Amazon nimmt Kampf gegen Fake-Rezensionen an! Aber reicht das?

  1. Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Immer wieder ein sehr spannend sich mit dem Thema zu beschäftigen.

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    1. Ja, das Thema Rezension ist ein Thema für sich und um E-Commerce leider immer wieder notwendig drüber zu berichten. Die Dunkelziffer, wenn man davon sprechen draf, ist aus meinem Empfinden sogar noch viel größer …

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