E-Commerce Trends 2016

Das alte Jahr ist vorüber, das neue Jahr hat längst angefangen und verspricht ein weiteres Rekordjahr für den E-Commerce zu werden. Die Studien sprechen für sich, die Professionalisierung ebenso und nicht zuletzt werden auch 2016 wieder neue Trends hervorgehen und den E-Commerce Markt beeinflussen.

Wir haben Shopbetreiber, Dienstleister und Experten gefragt, welche Trends sie denn im E-Commerce für das Jahr 2016 sehen.

Markus Hövener, Head of SEO bei der Bloofusion GmbH)
Das Thema AI (künstliche Intelligenz) wird sicherlich mehr in den Fokus rücken, weil Google das Thema in der Außenkommunikation in letzter Zeit öfter erwähnt hat. Grundsätzlich ist das Thema aber gar nicht neu, denn AI-Techniken nutzt Google schon recht lange, um Maschinen beizubringen, wie Websites einzuschätzen sind. Dennoch wird gerade jetzt viel darüber geschrieben – und das wird sicherlich noch zunehmen.

Ein weiterer Trend in 2016 wird im Thema „Nutzererfahrung/Nutzerabsicht“ liegen. Google schiebt nämlich nicht mehr die am besten optimierte Website nach vorne, sondern die Seiten, die die beste Nutzererfahrung bieten und die Absicht des Suchenden optimal treffen. Das ist schon ein großer Paradigmenwechsel, der viele Unternehmen fordern wird.

Außerdem werden viele Unternehmen weiter daran arbeiten, zu einer starken Online-Marke zu werden. Das ist natürlich nicht einfach, aber gerade Online-Händler müssen starke Profile aufbauen, um nicht nur in Google zu gewinnen, sondern sich auch gegen Amazon & Co. zu behaupten.

Roman Kirsch, Founder & CEO von Lesara
Ein großer Trend, der sich 2016 im Mainstream durchsetzen wird ist das Thema Personalisierung. Plattformen werden millionenfach unterschiedliche Webseiten, je nach Kunde, anzeigen.

  • Liebhaber von Produktbewertungen? Dann schaut der Onlineshop eher wie ein Verbraucherportal aus.
  • Sehr preissensitiv? Dann wird automatisch nach günstigsten Preisen sortiert?
  • Hohe Besuchsfrequenz? Dann werden neue Produkte und neue Features stärker in den Vordergrund gerückt
Das wird zur Folge haben, dass Kunden sich noch besser abgeholt fühlen und noch mehr Mehrwert erkennen sondern dass jeder Kunde die Plattform aus anderen Augen sieht. Weiterhin werden Mobile Commerce und Loyalitätsmarketing einen Boom erfahren: Mobile first denkende Unternehmen werden schon 2016 höhere Conversion-Raten über Ihre mobilen Endgeräte erleben und erste Onlineshops werden ähnlich wie jetzt schon soziale Netzwerke über 90% Ihres Traffics über mobile Endgeräte haben.

(Gunnar Laufhöfer, Head of Marketing bei der TravelTrex GmbH)
„2016 werden die Spendings in RTB bzw. Programmatic Buying im selben Maße zunehmen wie das Geschrei über mangelnde Performance und Betrugsfälle. Bis sich die Branche bereinigt, empfehle ich möglichst viel Inventar im direkten Austausch mit vertrauenswürdigen Publishern zu handeln oder sich bezüglich automatisierter Verfahren wirklich, wirklich gut beraten zu lassen.“

Tim Arlt, Vorstand für Marketing und Vertrieb beim Händlerbund
Trend 1:- Spezialisierung im E-Commerce

Die E-Commerce Branche ist vielfältig – ob Dienstleistungen oder Produkte. Kein Lebensbereich, der nicht vom E-Commerce abgedeckt ist. Lebensmittel, Lifestyle, Jobplattformen – unser Leben ist digital. Und es zeigt sich: je spezieller das Angebot, desto größer die Chance, dass sich das Geschäftsmodell nicht nur trägt, sondern erfolgreich ist. KW-Commerce, E-Commerce Unternehmen aus Berlin, hat sich beispielsweise Smartphone, Tablet und Elektronikzubehör spezialisiert und zählt laut einem aktuellen Ranking heute zu den am stärksten wachsenden E-Commerce Unternehmen. 2016 werden uns noch viele spezialisierte E-Commerce Unternehmen begegnen – dabei lohnt es sich einen Blick auf die Lebensmittelbranche zu werfen. Ob Lieferdienste, spezialisierte Lebensmittelprodukte, die online vertrieben werden: die Lebensmittelbranche ist längst Teil unseres Lifestyle. Und wo ginge das besser als in der digitalen Welt?

Trend 2 – Online und Offline – der Kunde entscheidet!

Längst geht es nicht mehr um die Frage, ob on oder offline – sondern um die Frage, wie beide Kanäle am besten miteinander verzahnt werden können. Der Kunde möchte die Wahlmöglichkeit haben und da abgeholt werden, wo er steht. Ob über den stationären Laden, den Online-Shop, ob über die App oder Click & Collect. E-Commerce Unternehmen müssen mehr denn je auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingehen. Und die sind nun mal vielfältig. Umso wichtiger also, dass reine Digital-Unternehmen nicht nur digital sind, sondern auch das Stationäre nutzen! Eine gute Möglichkeit bieten Popup-Shops. Ob alleine oder in Kooperation mit anderen Unternehmen oder Marken: für einen begrenzten Zeitraum auszutesten, die Kundengruppe über den anderen Kanal zu erreichen, hilft auch dem digitalen Angebot!

Trend 3 – Personalisierung – wichtiger denn je

Dieser Trend wird nie out sein. Personalisierung im E-Commerce ist wichtiger denn je. Die Digitalisierung bietet uns jeden Tag aufs Neue eine Vielzahl von Shopping-Möglichkeiten. Doch wo kaufen wir am liebsten ein? Doch am liebsten da, wo wir auch vertrauen. Je mehr ich also weiß, wer hinter den Produkten bzw. dem Online-Shop steht, desto eher kaufe ich auch. Gründer von E-Commerce Start-up´s lassen sich hier eine Menge einfallen. Ob Blogs, Video-Clips oder unterhaltsame Social Media Kanäle: um die eigenen Kunden zu erreichen sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wichtig dabei: Blick hinter die Kulissen zeigen! Wie ist die Idee zu dem Produkt/zur Dienstleistung entstanden? Welche Herausforderungen begleiten das Start-up? Je offener die Kommunikation, desto höher die Kundenbindung!

Thomas Ottersbach, Inhaber bei Ottersbach Consulting
Der E-Commerce wird im Jahr 2016 mehr und mehr durch die Themen Personalisierung und Mobile Business getrieben sein. Personalisierung bedeutet in diesem Fall individueller auf die Kundenwünsche eingehen, ihnen das zeigen, was sie sehen wollen – und zwar plattformübergreifend, ob auf der Webseite, per eMail oder Smartphone. Das mobile Business wird im E-Commerce auch 2016 weiter an Wichtigkeit gewinnen. Händler, die das Thema aussparen, werden es später schwer haben und auf wichtige Erfahrungen verzichten müssen. Der stationäre Handel steht vor einem schwierigen Jahr, da der Anteil an Online-Einkäufen steigt, die Städte und Gemeinden es immer schwerer haben, Menschen in die City und zum Shoppen zu bewegen. Die eingeschlagenen Konzepte sind nicht ausreichend, der Mut fehlt oftmals und so hoffe ich, dass die Verantwortlichen wach werden, sich etwas trauen und den „turn arround“ noch rechtzeitig schaffen. 

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