F-Commerce: Alles zum neuen Dienst Facebook Gifts

Facebook kämpft nach dem Börsengang mit seinem Unternehmenswert und muss die Analysten von dem Geschäftsmodell überzeugen. Dabei hat Facebook längst erkannt, nicht nur auf den Bereich Werbung zu setzen, sondern über andere Kanäle den Umsatz sukzessive zu verbessern. Die Zahlen für das dritte Quartal haben gezeigt, dass Facebook gar nicht so weit weg ist und immerhin schon 18 Prozent des Gesamtumsatzes über den mobilen Kanal verdient. Das Ergebnis fiel mit einem Verlust von rund 60 Millionen nicht gut aus, dennoch scheint die Börse optimistischer in die Zukunft zu schauen. Nur so ist nach Vermelden des Quartalsergebnisses der Kursanstieg zu erklären.

F-Commerce ist ein immer wieder genanntes Wort, welches in erster Line den E-Commerce via Facebook zum Ausdruck bringen soll. Bisher ist kein Konzept eingeschlagen und hat überzeugt. Facebook Offers war eine Idee von Mark Zuckerberg. Erste Gehversuche von Unternehmen wie Otto mit Augmented Reality Angeboten haben sich bisher nicht entscheidend durchsetzen können, auch wenn dem Bereich eine durchaus positive Zukunft attestiert wird.

Nun startet das Unternehmen von Mark Zuckerberg einen neuen Versuch. Seit Ende September bietet Facebook in den USA seinen neuen Dienst „Facebook Gifts“ an. Mit Hilfe des neuen Services kann man Freunden Geschenke aller Art zukommen lassen.  Diesmal geht es aber nicht um irgendwelche virtuellen Güter oder Wunschlisten, sondern um echte Produkte. Die Idee dahinter soll sein, dass Nutzer ihren Freunden beispielsweise zum Geburtstag direkt über Facebook entsprechende Geschenke unterbreiten können.

Da Facebook alles auf Beziehungen auslegt, soll der Dienst sich natürlich nicht nur auf Geburtstage fokussieren. Letztlich ist alles denkbar und auch wenn ein guter Freund geheiratet oder ein befreundetes Paar ein Kind bekommen hat, soll der neue Dienst genutzt werden können. Durch die viralen Effekte des „gefällt-mir“-Buttons verbreitet sich die Meldung über das erworbene oder geschenkte Produkt rasend schnell. Zusätzlich kann Facebook Empfehlungen zu anderen oder komplementären Produkten dem Nutzer liefern. Das Spektrum lässt sich zumindest erahnen. Möglich könnte auch sein, dass der Beschenkte das Produkt direkt angezeigt bekommt, selbst aber Farbe und Größe bestimmen kann.

Das Produktsortiment soll im ersten Schritt nicht über Facebook selbst, sondern mit Hilfe verschiedener Partner abgedeckt werden. Facebook würde somit eine Vermittlungsprovision einstreichen. Bei über einer Milliarde Nutzer sicherlich ein sinnvoller und logischer Schritt in die Richtung zufriedenerer Analysten und positiver Umsatzsprünge.

Es fehlen aktuell noch Erfahrungswerte, aber Facebook Gifts könnte der erhoffte Schritt zum F-Commerce sein und Facebook weiterte Milliardenumsätze bescheren.

Facebook testet den Service seit kurzem in den USA, beschränkt sich im Fokus allerdings zunächst auf Produkte und Gutscheine, die unter 50 Dollar liegen. Der Dienst soll in Kürze auch in UK starten. Für den deutschen Markt ist bisher nichts Weiteres bekannt. Sollte der Dienst das Potenzial nur annährend bestätigen, wird es Facebook Gifts auch bald hierzulande geben.

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