PAYPROTECT
1

Google Shopping – bald kostenpflichtig, 27 Prozent wollen nicht mehr

Nutzen wir die angekündigten Veränderungen, um unsere Google Shopping-Artikelserie zu fortzusetzen. Google hat vor wenigen Tagen verlauten lassen, dass Google Shopping in Kürze kostenpflichtig werden wird. Damit ist das eingetroffen, was viele sogenannte Experten nicht für möglich hielten. Immer wieder war zu hören, dass Google seinen Dienst nicht kostenpflichtig anbieten werde, da die Händler für Google wertvolle Arbeit leisten und die Produktdaten ja schließlich vom Shopbetreiber selbst gepflegt werden. Durch die Aktualität der Daten und die immer häufigere Integration der Google Shopping Ergebnisse in der Universal Search konnte Google seinen Nutzern aktuelle und relevante Angebote präsentieren.

Was steckt also dahinter und wieso wird Google Shopping dennoch in Kürze kostenpflichtig? Rund 30.000 Online-Händler sollten mittlerweile den Weg ins Merchant Center bei Google gefunden haben und dort mehr oder weniger regelmäßig aktuelle Daten hochladen. Für eine große Anzahl der Shops ist der Google-Dienst ein wichtiger und effizienter Vertriebskanal geworden.

Schätzungen zu Folge werden Shopping-Angebote rund 800 Millionen Mal (Tendenz steigend) im Monat in der klassischen Google-Suche eingeblendet. Große Shops generieren Millionenumsätze pro Monat und nun stellt sich die Frage, für welchen Shops das kostenpflichtige Angebot denn überhaupt noch interessant sein wird.

Wir haben kurzfristig eine sicherlich nicht repräsentative Umfrage gestartet. Die Ergebnisse erlauben aber denke ich dennoch Ruckschlüsse und durchaus ein mögliches Szenario.

Auf die Frage, wie wichtig Google Shopping als Vertriebskanal ist, antworteten 45 Prozent mit wichtig, für 36 Prozent ist Google Shopping sogar sehr wichtig und 19 Prozent gaben an, dass Google Shopping aktuell nicht wichtig ist.

In einer weiteren Frage haben wir abgefragt, ob sich ein kostenpflichtiges Google Shopping denn überhaupt lohnen könnte.  64 Prozent sind der Auffassung, dass es nicht viel kosten darf, damit sich der Kanal noch lohnen würde.  27 Prozent sind der Auffassung, dass der Dienst dann nicht mehr attraktiv wäre und sie daher die Aktivitäten wohl einstellen würden. Neun Prozent gaben an, dass Google Shopping ein wichtiger Vertriebskanal ist und sich der Dienst auch als kostenpflichtige Variante lohnen würde.

Die Ergebnisse zeigen eines sehr deutlich. Google will scheinbar die kleinen Shops aus dem System haben und sich nach dem Pareto-Prinzip auf die wenigen Player fokussieren, die am meisten Umsatz generieren werden. Durchaus ein Schritt, den man aus Sicht des Suchmaschinengiganten nachvollziehen kann. Google setzt auf Marken und große Shops bieten zudem den Trust und die nötigen technischen Voraussetzungen. Ein täglich mehrfaches Update mit aktuellen Produktangaben und die Tatsache, dass sich das Ranking verstärkt aus Relevanz und Angebotspreis entwickeln wird, wird die Qualität der Suchergebnisse weiter verbessern.

Die kleinen und mittleren Shop, die zu wenig Umsatz generieren und nicht über ausreichend Marge verfügen, werden keinen positiven Deckungsbeitrag aus dem „neuen“  Google-Dienst generieren und somit die neuen Product List keine Relevanz für solche Shops haben.

Lediglich solche Shops, die in der Nische fungieren und sich nicht in einem dichten Wettbewerbsumfeld tummeln, könnten weiterhin aktiv bleiben.

Eine wichtige Frage wird daher sein, wie Google die Product List Ads künftig abrechnen wird. Aktuell ist davon auszugehen, dass Google wie bereits bei den Product Ads auch, das Angebot an Adwords anpassen wird und somit die Produkte je nach Beliebtheit auch unterschiedlich kosten werden. Da die Umstellung ja bereits im Herbst in den USA vollzogen werden soll, werden wir erste Erfahrungen aus den Staaten erhalten und schauen, wie sich das Händlernetz verhält und entwickeln wird.

Eine weitere sinnvolle Lösung wäre die performance-abhängige Vergütung. Google arbeitet seit einiger Zeit an einem eigenen Affiliate-Netzwerk, welches aktuell in ausgewählten Ländern getestet wird. Google könnte sich nicht wie bisher per Klick bezahlen lassen, sondern auf CPO oder CPL-Basis. Mit einem Grundpreis würde Google seine Werbeeinnahmen auch in diesem Segment planen können und darüber hinaus attraktive Zusatzeinnahmen über einen variablen Anteil kassieren. Ein neues Modell, was durchaus aber denkbar wäre.

Es bleibt definitiv spannend und wir werden auf dem Laufenden halten, wenn es in Sachen Google Shopping neue Informationen von Google gibt. Wer keine Nachricht mehr verpassen möchte, sollte uns per Facebook, Google+ oder Twitter folgen oder einfach unseren RSS-Feed oder Newsletter abonnieren.

 

Sie suchen einen Job im Online-Business? Dann schauen Sie in der Job-Börse vorbei und bewerben Sie sich am besten noch heute auf ihren neuen Traumjob! Jetzt zur Job-Börse!
VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Veröffentlich in: Allgemein, Google Shopping Schlagworte: ,

Eine Reaktion auf "Google Shopping – bald kostenpflichtig, 27 Prozent wollen nicht mehr"

  1. stefan sagt:

    Es wird zu beobachten sein, ob Google bereit ist, Zugeständnisse zu machen, wenn der Druck der Konsumenten stärker werden sollte.

    Zunächst sollte man davon ausgehen, das es für kleine und mittelständige Einzelhandelsunternehmen mit Web-Präsenz nicht leichter wird.

    Die “Pionier-Idee”: Ich mache einfach mit und schaffe meine eigene Internet-Präsenz könnte nun insbesondere für diese Gruppe der Onlinehändler ein teures Vergnügen werden.

    VA:F [1.9.22_1171]
    Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
© 2014 . All rights reserved. XHTML / CSS Valid.