Pop-up Stores ein Modell für den Onlinehandel?

In den USA werden pop-up stores seit einiger Zeit schon von Markenherstellern und Modelabels genutzt. Viele stationäre Händler schaffen dabei nicht konsequent den Spagat zwischen der On- und Offlinewelt. So häufig das Thema Multi-Channel auch in unserer Branche diskutiert wird, so selten hört man die Diskussion, ob es für den Pure Player nicht auch sinnvoll sein kann, seinen Vertriebsweg in den stationären Sektor auszudehnen.

Wer als Onlinehändler diesen Schritt nicht konsequent und mit voller Energie gehen möchte, für den könnten sich sogenannte pop-up Stores vielleicht lohnen.

Was sind Pop-up stores?

H&M hat vor einiger Zeit in den USA einen solchen pop-up Store getestet. Sinn und Zweck solcher Stores ist das Einkaufserlebnis zu stärken, die Vorteile des stationären Handels zu nutzen und den Konsumenten zu binden. Pop-up Stores haben meist nur wenige Tage geöffnet und somit eine kurze Verweildauer. H&M hat in seinem Pop-up Store genau 72 Stunden den Laden offen gehabt und in dieser Zeit exklusive Herbstmode von der Fashion Week bereits vorgestellt und verkauft. Für das emotionale Einkaufserlebnis hat nicht nur die exklusive Ware gedient, es spielte ein DJ vor Ort, die Kunden konnten an einem Gewinnspiel teilnehmen und gingen mit dem Gefühl nach Hause, etwas ganz exklusives und besonderes gekauft zu haben. Denn in keinem anderen Shop – auch nicht online – gab es die Mode bisher zu kaufen. Für die Gewinnspielteilnahme mussten die Kunden ein Foto mit der Handykamera aufnehmen und einfach bei Instagram hochladen. Die Verknüpfung zur Onlinewelt war also auch gegeben und sorgte für wichtige virale Effekte.

Pop-up Stores als Chance für den Online-Handel?

Nicht jeder Händler hat die Möglichkeit, exklusive Waren vor Ort zu präsentieren und so den Konsumenten neugierig zu machen. Das ist aber aus unserer Sicht auch gar nicht immer notwendig und nicht der Fokus dieser Stores. Vielmehr geht es darum, den Konsumenten das Gefühl zu vermitteln, etwas besonderes in dem Store kaufen zu können. Es ist halt nur begrenzt und potenzielle Kunden bekommen erst gar nicht die Möglichkeit, sich anderweitig umzusehen oder erst noch zu warten oder informieren. Wenn sie das Produkt haben wollen – und es ist auch im Store begrenzt vorhanden – sollten sie zu schnappen.

Was zeichnet Pop-up Stores also aus:

  • Pop-up Stores sind begrenzt geöffnet und schließen dann für immer
  • Kunde kann exklusives Kauferlebnis geboten werden
  • Durch emotionale Erlebnisse kann der Kunde mehr und mehr an die Marke gebunden werden
  • Pop-up Stores können als Testballon für Pure Player dienen. Es können Prozesse, erste Erfahrungen im stationären Handel gesammelt werden
  • Vielleicht kann sogar die Beziehung zum Hersteller verbessert werden, wenn man ihm ein solches Konzept vorstellt und entsprechend exkl. Waren für diese Aktionen erhält
  • Mit Pop-up Stores können auch die Menschen angesprochen werden, die bisher noch nicht online Shoppen

Sicherlich gibt es auch den ein oder anderen Nachteil, den man an dieser Stelle nicht außer acht lassen sollte. So sind solche Aktionen natürlich recht zeitintensiv was die Planung angeht. Auch kostet es je nach Lage und Größe des Stores ordentlich Geld, was erst einmal wieder über die kurzfristigen Öffnungsperioden eingespielt werden muss. Letztlich ist es immer eine Frage der Größe und des Umfangs und am Ende des Tages bleibt die Frage, ob ein solcher Store überhaupt Gewinne abwerfen muss und die Investition nicht als Marketing angesehen werden kann. Diese und weitere Fragen muss sich jeder Onlinehändler selbst beantworten. Dennoch sind Pop-up Stores ja vielleicht mal eine Alternative.

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2 thoughts on “Pop-up Stores ein Modell für den Onlinehandel?

  1. Die Idee mit einem Pop-up Store auf Kundenfang zu gehen finde ich super. Dabei muss der Store nicht zwangsläufig Gewinn abwerfen, sondern sollte eher zur Aufmerksamkeitssteigerung dienen. Unter den zahllosen Onlineshops ist es heute schwierig, herauszustechen. Wenn man allerdings in einer gut besuchten Fußgängerzone oder auf einem großen Platz in der Stadt etwas Exklusives anbietet, spricht man sehr viele Leute an. Und wie H&M es vorgemacht hat, bieten Gewinnspiele und kleine Extras wie Musik und ein cooles Ambiente noch einen besonderen Anreiz.
    Wer es nicht gleich mit so einem großen Projekt wie dem Pop-Up Store aufnehmen möchte, dem bleiben auch andere Möglichkeiten, die genau so viel Aufmerksamkeit erzeugen. So ist zum Beispiel das online shopping über eine QR-Code Shoppingwall eine tolle Möglichkeit, potenzielle Kunden anzusprechen. Damit kann man super die online mit der offline Welt verknüpfen.

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    1. Hi Sophie,

      ja,. sehe ich auch so. Letztlich muss man die Pop-up Stores als Marketinginstrument sehen, weniger als Vertriebsweg. Wer sich aber differenzieren möchte, sollte das einfach mal testen. Typisch deutsch irgendwie und eigentlich ja auch nicht so kostenintensiv. Bin gespannt, wer es hier in Deutschland mal häufiger angeht, das Thema.

      vg

      Thomas

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