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Shop-Coaching: SEO-OnPage-Analyse für markenmaedchen.de

Im Rahmen unseres Shop-Coaching möchten wir heute das Thema SEO (OnPage-Optimierung) am Beispiel von markenmaedchen.de besprechen. Ganz besonders freue ich mich über die Unterstützung durch die SEO-Trainees, die sich bereit erklärt haben, die OnPage-Analyse an dieser Stelle vorzunehmen.

Markenmaedchen.de, Onlineshop für schicke und individuelle Damen-Accessoires bester Qualität und Gewinner des exklusiven Shop-Coaching, ist Ende September 2011 online gegangen und hat sich seitdem stetig weiterentwickelt. Ziel ist es, „den Shop bekannter zu machen, die Zugriffe und damit die Kaufabschlüsse zu erhöhen“, so Inhaberin Beatrice Fritsch.

Eine kurze OnPage-Analyse unsererseits, die die am schnellsten zu behebenden SEO-Fehler aufzeigt und erläutert, wie man diese am einfachsten beheben kann, soll Markenmaedchen.de bei der Zielerreichungunterstützen.

Indexierung von Seiten

Da es sich bei Markenmaedchen.de um eine relativ junge Seite handelt, wurde zunächst mithilfe von SEOlytics geschaut, ob für die Website bereits interessante Rankings vorhanden sind.

svr-markenmaedchenAbb. 1 – SVR von SEOlytics

Abb. 1 zeigt, dass keine relevanten Rankings vorhanden sind. Per Site-Abfrage wurde daraufhin überprüft, welche Seiten sich überhaupt im Google-Index befinden. Sehr erfreulich ist, dass alle wichtigen Produkte indexiert sind. Allerdings tauchen auch Seiten im Index auf, die dort offenbar nicht gewollt sind wie z. B. der Warenkorb. Ein Blick in die robots.txt verrät: Es wurde versucht den Warenkorb mittels Disallow-Eintrag auszuschließen. (Abb. 2)

markenmaedchen-robots-txt

Abb. 2 – Auszug aus der robots.txt

Mit einem Eintrag in der robots.txt wird Google die Empfehlung gegeben, die angegebenen Webseiten, Pfade etc. nicht zu crawlen. Eine Anweisung, diese Webseiten nicht zu indexieren, erfolgt hierdurch allerdings nicht, wie das Snippet in Abb. 1 zeigt. Möchte man vermeiden, dass eine bestimmte Seite indexiert wird, sollte man dies allein über das noindex meta tag im Header der Webseite lösen. Es empfiehlt sich, die robots.txt auf weitere derartige Anweisungen zu überprüfen. Bei der Gelegenheit sollten auch alle überflüssigen Einträge entfernt werden, denn zu viele Direktive bergen immer Fehlerpotenzial, wie man an unserem Beispiel sieht.

Meta-Angaben

Werfen wir nun einen Blick auf Title und Description (Abb. 3). Diese wurden für jede Seite ausgezeichnet, allerdings sind die Seitentitel in den meisten Fällen zu kurz und nicht aussagekräftig. Die Descriptions werden offensichtlich automatisch generiert und sind häufig zu lang, was dazu führt, dass Google diese verkürzt darstellt.

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Abb. 3 – Site-Abfrage: Auszug aus den SERPs

Der Title zählt zu den wichtigstem OnPage-Rankingfaktoren und gibt sowohl dem User, als auch der Suchmaschine einen ersten Eindruck vom Inhalt der Seite, aufgrund dessen sollte der Seitentitel immer individuell unter Berücksichtigung der wichtigsten Keywords gewählt werden. Diese sollten möglichst weit vorne im Title untergebracht werden, wohingegen der Brand aus Gründen der Relevanz hintenangestellt werden kann. Im Hinblick auf die Länge des Titels – grundsätzlich empfehlen sich 30 bis 60 Zeichen – sollte sich das Branding in unserem Beispiel lediglich auf Markenmaedchen beschränken.

Bei der Description sollte eine Länge von 160 Zeichen nicht überschritten werden. Auch diese sollte ansprechend geschrieben sein und nach Möglichkeit eine Call-to-action enthalten, um die Click-Through-Rate zu steigern. Ein optimiertes Snippet der Homepage von Markenmaedchen.de könnte beispielsweise so aussehen (Abb. 4):

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Abb. 4 – Positives Beispiel-Snippet

Ein Punkt, der bei der Betrachtung des Head-Bereich im HTML-Code der Webseite noch auffällt, ist die Verwendung von unverhältnismäßig vielen Meta-Keywords. Allein für die Startseite sind mehr als 50 Stichwörter angegeben (Abb. 5).

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Abb. 5 – Auszug aus dem HTML-Code: Meta-Keywords

 

Eine Anhäufung an Meta-Keywords sollte vermieden werden, da Google diese mitunter negativ werten kann. Grundsätzlich gilt: Auf die Auszeichnung von Keywords kann verzichtet werden, da Google diese nicht mehr als Rankingkriterium wertet. Falls man dennoch nicht auf Schlagwörter verzichten möchte, sollte man sich auf max. sieben beschränken.

Weitere Quick wins für Markenmaedchen.de lassen sich am besten an einem konkreten Beispiel erläutern. Im Folgenden werden die Optimierungspotenziale anhand eines bestimmten Produkts aufgezeigt.

Duplicate Content

Suchen wir im Shop nach einem Strickschal, werden uns drei mögliche Ergebnisse angezeigt (Abb.6). Es fällt auf, dass alle Artikel denselben Titel, dieselbe Description und auch denselben Beschreibungstext haben, lediglich Farbe und Artikelnummer ändern sich von Seite zu Seite (Abb. 7).

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Abb. 6 – Interne Produktsuche: Drei Ergebnistreffer für „Strick“

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Abb. 7 – Interne Duplicate Content auf Markenmaedchen.de

 

Wenn gleicher oder ähnlicher Inhalt auf unterschiedlichen Seiten auftaucht, spricht man von Duplicate Content. Dieser sollte zu jeder Zeit vermieden werden, da Google bei Seiten mit gleichartigem Inhalt möglicherweise nur eine der Seiten indexiert. Verfügt man dennoch über Seiten mit ähnlichem Content kann man das Problem technisch u. a. durch das Setzen des Canonical-Tag lösen. Das Canonical-Tag teilt Google zunächst mit, dass es sich bei der angezeigten Seite um die Kopie einer anderen Seite handelt und dieses Duplikat nicht gewertet werden soll. Außerdem weist das Tag auf die Originalseite hin.

Markenmaedchen.de bedient sich bereits dieser Lösung, allerdings wird das Canonical Tag nicht richtig eingesetzt. Die Seite mit dem blauen Strickschal verweist auf die Seite mit dem schwarzen Strickschal als Originalseite. Die Seite mit dem schwarzen Strickschal hingegen weist auf die Seite mit dem hellbraunen Strickschal als Originalseite. Diese wiederum weist auf die Seite http://www.markenmaedchen.de/Uli-Schneider/Strickschal.html als Originalseite. Vermutlich ist die Seite, die sich hinter dieser URL verbirgt, die Originalseite. Demnach sollten die anderen drei Produktseiten, wenn wirklich gewünscht ist, dass nur ein einziges Produkt indexiert wird, auch einheitlich auf diese Webseite verweisen. Ratsam wäre hier auf den Einsatz des Canonical-Tags zu verzichten, da es sich um drei unterschiedliche Produkte handelt, die alle in den Index aufgenommen werden sollten. Stattdessen empfiehlt sich Unique Content zu schaffen, einzigartige Seitentitel bzw. Produktbeschreibungen wie z. B. „Handgefertigter Strickschal in Schwarz von Uli Schneider“ sowie individuelle und ansprechende Description zu wählen.

Überschriften und Hervorhebungen

Überschriften auf einer Seite helfen nicht nur dem User sich beim Lesen besser zu orientieren, sondern dienen der Suchmaschine auch als Unterstützung bei der Strukturierung und Einordnung der Inhalte in den Kontext einer Webseite. Deshalb ist es wichtig, relevante Keywords in den Überschriften zu verwenden.

Überschriften werden durch H-Tags dargestellt, wobei eine H1-Überschrift eine höhere Priorität und Darstellungsgröße hat, als die nachfolgenden und absteigenden H2-H6 Überschriften. Wichtig ist, dass die H1-Überschrift nur einmal pro Seite verwendet wird. Es verhält sich hierbei wie mit Büchern: Ein Buch hat normalerweise auch nur einen Titel auf dem Einband.

Schauen wir uns z. B. die Produktseite des blauen Strickschals an (Abb. 8).

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Abb.8 – Verwendung von H-Überschriften

 

Ganz richtig wurde hier mit H-Überschriften gearbeitet und auch die H1-Überschrift wurde nur einmal verwendet. Allerdings ist diese zu allgemein und nicht konkret genug. Um der Suchmaschine die Einordnung in den kontextuellen Zusammenhang zu vereinfachen, wäre hier beispielsweise „Handgefertiger Strickschal in Dunkelblau“ besser. Ungünstig ist auch, dass H-Überschriften für unwichtigere Elemente wie „Beschreibung“ oder den Preis „83,85€ INKL. 19% MWST“ genutzt werden. Diese lieber fetten! Gleiches gilt für die Navigation und Stilelemente.

Bilder

Die Bilder auf Markenmaedchen.de sind für den User optisch sehr ansprechend – für die Suchmaschine hingegen weniger. Dateinamen sowie Title- und Alt-Attribut sollten sinnvoll ausgezeichnet werden. Diese gilt es besonders sorgfältig und mit Bedacht zu wählen, da sie Google, einer textbasierten Suchmaschine, verständlich machen, was auf einem Bild zu sehen ist.

positiv_Bildauszeichnung

Ein Blick in den HTML-Code zeigt, dass unser Beispielbild (Abb. 9) zwar mit dem Alt-Attribut „Strickschal“ ausgezeichnet wurde, aber der Titel fehlt. Es ist sinnvoll, den Titel auszuzeichnen, da hier  relevante Keywords eingebunden werden können.

Der Dateiname tuchfront_bearbeitet-1.jpg ist nicht aussagekräftig (Abb. 9). Ein konkreter Dateiname, der am besten auch noch das wichtigste Keyword der Seite enthält, ist empfehlenswert, hier z. B. handgefertigter-strickschal-in-blau.jpg. Zu beachten ist, dass als Worttrennung in Dateinamen Bindestriche verwendet werden sollten (Abb. 10).

Im Beispielbild (Abb. 9) wurde das Alt-Attribut zwar ausgezeichnet, aber nicht konkret genug. Falls es einmal dazu kommen sollte, dass das Bild aus technischen Problemen nicht angezeigt werden kann, wird durch den alternativen Text sichergestellt, dass der User trotzdem weiß, was auf dem Bild zu sehen ist. Auch spezielle Programme für Blinde lesen beim Erscheinen eines Bildes den Inhalt des Alt-Attributs aus und geben sehbehinderten Menschen so die Möglichkeit Bilder auf Webseiten zu verstehen – Stichwort Barrierefreiheit.

Außerdem ist das Alt-Attribut ein wichtiger Keyword-Träger, der maßgeblich dafür sein kann, wie gut ein Bild in der Google-Bildersuche platziert ist und so ggf. zusätzlichen Traffic auf die Seite führt. Deshalb ist es besonders wichtig, das Alt-Attribut möglichst genau zu spezifizieren. Für unser Beispiel wäre folgender Inhalt denkbar: Frau mit handgefertigtem Strickschal in Dunkelblau.

Zusammenfassung

Markenmaedchen.de ist ein sehr schöner Onlineshop mit viel Potenzial, der aus SEO-Sicht, wie viele neue Seiten, noch einige Schwachstellen aufweist. Diese lassen sich jedoch einfach und ohne großen Aufwand beheben:

  • robots.txt bereinigen
  • individuelle Title und Description verfassen
  • überflüssige Meta-Keywords entfernen
  • Canonical-Tag ausbessern
  • einzigartige Seiteninhalte auf Produktebene schaffen, Bsp. Strickschal
  • H-Überschriften zur Gliederung verwenden
  • Bildoptimierung: sprechende Dateinamen wählen, Title- & Alt-Attribut sinnvoll auszeichnen

Wenn diese Maßnahmen umgesetzt werden, dann ist Markenmaedchen.de bereits auf dem richtigen Weg, mehr Traffic und Umsatz zu generieren. Wir wünschen Frau Fritsch viel Erfolg und alles Gute!

Vielen Dank an dieser Stelle an die SEO-Agentur wirkungsvoll, die uns beim aktuellen Shop-Coaching mit den SEO-Trainess geholfen haben. In unserem letzten Shop-Coaching ging es um das Thema Social Media. Passend zum Thema fand wenige Tage später unser Experten Panel zum Thema Social Monitoring statt. 

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