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Achtung E-Commerce! EU will schärfere Regeln bei Online-Zahlungen

Achtung E-Commerce! EU will schärfere Regeln bei Online-Zahlungen
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Die Bürokraten in Brüssel hantieren einmal mehr mit einem Knüppel, den sie unter dem Deckmäntelchen des Verbraucherschutzes gerne dem E-Commerce zwischen die Beine werfen möchten. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) will durchsetzen, dass bei Online-Zahlungen über 30 Euro neue und zusätzliche Authentifizierungen stattfinden müssen. Bei Bezahlvorgängen jenseits dieser nun wirklich nicht sehr hohen Summe müssten dann zum Beispiel Kunden im Online-Handel ein Passwort eingeben, eine spezielle Zahlungskarte nutzen oder ihren Fingerabdruck zur Authentifizierung ihrer Zahlung hinterlassen. Über diesen mehr als fragwürdigen Vorschlag sollen die Mitglieder des Europäischen Parlamentes demnächst abstimmen.

Überregulierung getarnt als Förderung des E-Commerce

Ein wirklich starkes Stück ist die Argumentation der EU, die geplante Maßnahme stärke den Online-Handel, da sie ein Plus an Sicherheit im Zahlungsverkehr bedeute und zusätzliche Anreize schaffe, online einzukaufen. Nun sind wir ja in Sachen Realitätsferne des Raumschiffs Brüssel so einiges gewohnt, aber mit dieser Begründung wird eine neue Dimension erreicht. Von einer Stärkung des E-Commerce kann in diesem Zusammenhang überhaupt keine Rede sein. Im Gegenteil: Hier sollen völlig unnötig neue Hürden errichtet werden, die einen unkomplizierten und dennoch sicheren Online-Einkauf samt Online-Zahlung massiv behindern würden.

Sicherheit ist kein großes Thema im Online-Zahlungsverkehr

Ein jeder, der sich auch nur oberflächlich mit dem E-Commerce befasst hat, weiß, dass der Bezahlvorgang der sensibelste Punkt in der Prozesskette eines Online-Einkaufs ist. Ist der Check-Out inklusive Zahlung nicht optimal, unkompliziert und kundenfreundlich gestaltet, so führt das mehr als alles andere zu Kaufabbrüchen. Das gilt ganz besonders vor dem Hintergrund des stark wachsendes M-Commerce. Shopper, die unterwegs mit ihrem Smartphone einkaufen, können alles gebrauchen – nur keine weiteren Clicks und umständliche Prozedere zur zusätzlichen Authentifizierung ihrer Zahlung.

Darüber hinaus ist nicht erkennbar, welches Problem die EU mit ihren unsinnigen Plänen eigentlich lösen möchte. Im E-Commerce gibt es kein signifikantes Sicherheitsproblem im Zahlungsverkehr. Die vorhandenen Bezahlwege sind recht sicher. Finanzielle Schäden für Webshopper entstehen mit Masse immer dann, wenn diese in Vorkasse Geld an betrügerische Fake-Shops überweisen, ohne jemals ihre Ware zu erhalten. In diesen Fällen nützt es dann auch herzlich wenig, wenn der geprellte Käufer seine Zahlung per Fingerabdruck authentifiziert hat.

Widerspruch und Einsicht sind gefragt

Angesichts der beschriebenen Planungen der EU sind Widerspruch der Interessenvertreter des E-Commerce und Einsicht auf Seiten der europäischen Bürokratie gefragt. Bei einer Scwelle von 30 Euro – ursprünglich wollte die EU diese sogar bei zehn (!) Euro einziehen – wäre ein Großteil der Online-Käufe von zusätzlichen Hindernissen betroffen. Das würde niemandem wirklich helfen, für den Online-Handel aber großen Schaden bewirken.

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