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Amazons neue Social-Media-Plattform: Posten und Shoppen in “Spark”

Amazons neue Social-Media-Plattform: Posten und Shoppen in “Spark”
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Nach einer langen Beta-Testphase hat der Online-Shopping-Gigant Amazon seine erste eigene Social-Media-Plattform mit Namen “Spark” ins Leben gerufen. Aktuell steht die neue Funktion der mobilen Amazon-App nur US-amerikanischen Prime-Usern (die mindestens 50 Dollar im Shop ausgegeben haben) mit einem iPhone zur Verfügung. Eine Android-Version wurde bereits auf der Firmenwebsite angekündigt. Amazons Ziel ist es, seine Nutzer zu mehr Engagement zu motivieren und von der enormen Traffic-Power der sozialen Medien zu profitieren. Denn Mobiltelefonnutzer in den USA sind durchschnittlich 15 Minuten am Tag auf Instagram unterwegs, verbringen aber nur 5 Minuten mit Shopping auf Amazon.

Account erstellen, posten, browsen, kaufen

Aufbau, Design und Bedienbarkeit der neuen Plattform erinnern stark an den Bilder-Feed von Instagram. Prime-Mitglieder können in kürzester Zeit einen Account erstellen und müssen dafür mindestens fünf Interessen (zum Beispiel Autos oder Filme) angeben. Daraufhin können sie Bilder und Stories ihrer auf Amazon erworbenen Produkte samt Tags und Beschreibung für alle Kunden (auch ohne Prime-Mitgliedschaft) öffentlich sichtbar machen. Bereits verfasste Rezensionen sollen in zukünftigen Updates in die App übertragbar sein.

Posts erscheinen im personalisierten Feed anderer Nutzer, welche dieselben Interessen in ihrem Profil angegeben haben. Mit Prime hat man darüber hinaus die Möglichkeit, Bilder mit Likes (hier “Smiles” genannt) zu versehen, zu kommentieren und somit eine Diskussion anzuregen. Wenn etwas gefällt, muss man lediglich auf das Einkaufstüte-Symbol in der rechten unteren Ecke tippen und landet auf der entsprechenden Produktseite.

Potenzial der App

Wichtigstes Argument für Spark ist sicherlich die unmittelbare Verknüpfung von Social Media und Shopping-Erfahrung. Zwar werden neu erworbene Kleidungsstücke oder Bücher auch auf Instagram stolz gepostet, es ist aber nicht möglich, Verlinkungen zur Herkunft des Produkts unterzubringen. Stattdessen muss erst der Umweg über die Suchmaschine oder eine direkte Ansprache des Urhebers erfolgen. Bei Spark ist dieser Weg denkbar kurz, was Kaufabschlüsse wahrscheinlicher macht. Darüber hinaus stellt der stark visuelle Charakter der Plattform Produkte in einen nachvollziehbaren Kontext: Potenzielle Kunden können sehen, wie sich ein Deko-Objekt in die Inneneinrichtung einfügt, wie die vielversprechenden Laufschuhe in Aktion aussehen und welche kreativen Verwendungsmöglichkeiten es sonst noch für ein Produkt gibt.

Große Chancen sieht Amazon in einer Alternative zur vielfach kritisierten Rezensionsfunktion. So wird Influencern, Bloggern und Produkttestern tendenziell mehr Vertrauen gegenübergebracht als anonym verfassten Kundenmeinungen, hinter denen sich nicht selten der Hersteller beziehungsweise von ihm bezahlte Texter verbergen. Natürlich ist es im Umkehrschluss auch möglich, dass unzufriedene Käufer die Plattform nutzen, um ihrem Unmut über die schlechte Qualität eines Produkts Luft zu machen, und das passende Beweisfoto gleich mitliefern.

Vielversprechend oder aussichtslos?

Die Vorzüge von Spark sind offensichtlich und wegen der großen Zielgruppe von Social-Media-Nutzern ein weiterer Grund, sich als Unternehmer ernsthaft mit dem Suchmaschinenmarketing auf dem Shopping-Portal zu beschäftigen. Die Frage lautet aber: Kann sich Amazon Spark neben Plattformen wie Facebook, Twitter und Pinterest nachhaltig etablieren? Die große Marktmacht und Innovationsstärke des Retail-Giganten sprechen dafür, aber nicht jede neue Idee zündet auch. Während zum Beispiel Amazon Fresh einen guten Start hingelegt hat, ist Amazon Go, das kassenlose Supermarkt-Experiment, auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Weiterhin ist unklar, als wie aktiv sich die Spark-Nutzer erweisen werden, denn bisher fehlen finanzielle Anreize wie Affiliate Marketing per Associate ID. Mit häufigen Postings kann man sich lediglich ein “Vertrauens-Badge” und einen “Verifiziertes-Profil”-Status verdienen. Ob es irgendwann zur Monetarisierung des Dienstes kommt, ist momentan reine Spekulation und wird sich erst mit steigenden Nutzerzahlen herauskristallisieren.

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