Shoppingclubs im E-Commerce sind in Deutschland ein Phänomen. Als einer der namhaftesten „Offline-Shoppingclubs“ gründete Reinhard Mohn im Jahre 1950 den Club Bertelsmann. In den Jahren entwickelte er sich zu einer Erfolgsgeschichte. Exklusive Bücher, Schmuck und Handelswaren, die es so in der Form nicht im Einzelhandel gab, konnten und können immer noch über das Unternehmen bezogen werden. Mittlerweile ist das Thema Multi-Channel ein Thema geworden. In 160 Filialen, über die Katalogvariante oder aber im klassischen oder mobilen Internet können Mitglieder ihre Bücher und anderen Produkte ordern. Im Gegensatz zum klassischen Shoppingclub muss man im E-Commerce keine Zeitfenster, in denen man ein Produkt kaufen muss oder aber ein beliebiges Produkt zugeschickt bekommt.
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Shoppingclubs im E-Commerce
Längst haben sich eine Vielzahl von Shoppingclubs im Netz etabliert. Meist als Pure Player wie Westwing, buyvip.com, limango.de oder aber brands4friends. Das Geschäft mit Shoppingclubs ist längst im E-Commerce angekommen und Unternehmen wie Amazon, eBay, Grüner & Jahr oder Otto haben den Trend erkannt. Die Frage, die sich aber wie so häufig im E-Commerce stellt. Ist das Konzept nachhaltig, skalierter und ertragsreich?
Das Prinzip Shoppingclubs
Die meisten Shoppingclubs symbolisieren ihre Exklusivität nicht nur mit den Produkten, sondern auch mit der Tatsache, dass man am Shoppingclub nur teilnehmen kann, wenn man von einem bereits bestehenden Mitglied empfohlen wurde. Nachdem man sich bei dem Anbieter angemeldet hat, sieht man sehr schnell aktuelle Verkaufsaktionen – und Angebote auf die man zugreifen kann. Letztlich ist dies auch das Erfolgsgeheimnis von Shoppingclubs. Es gibt täglich wechselnde Verkaufsaktionen von Markenwaren und -produkten. Die Attraktivität von Brands4friends ist bei den attraktiven Aktionsangeboten zu sehen, bei dem Markenwaren um bis zu 70 Prozent günstiger angeboten werden können. Möglich wird dies durch „Off-Season“-Produkte, Outlet-Ware, Saison-Artikel, Sonderkollektionen oder Überproduktionen.
Ob die beworbenen Preisnachlässe wirklich erzielt werden, muss jeder Verbraucher für sich prüfen. Die Stiftung Warentest hat im letzten Jahr einige der namhaften Shoppingclubs jedenfalls unter die Lupe genommen. Keines der geprüften Portale wurde mit der Note „sehr gut“ oder „gut“ bewertet.
Shoppingclubs im E-Commerce haben ihre Relevanz. Die Frage stellt sich, ob die Einkaufclubs verändern müssen, sich breiter aufstellen müssen oder aber als reine Pure Player auf Dauer Sinn machen? Ich sehe Shoppingclubs beispielsweise als einen sehr guten Einstieg für stationäre Händler. Beispielsweise wenn es um Ausverkaufsangebote geht, oder um Aktionsangebote, die gemeinsam mit den Herstellern umgesetzt werden können. In Kombination mit dem richtigen Multi-Channel-Angebot sollten auch hier Shops, die sich in mehreren Kanälen aufhalten, mittelfristig einen Vorteil verschaffen können. Shoppingclubs selbst leben von der gewissen Exklusivität und von den satten Rabatten. Stimmen die Rabatte nicht und orientieren sich diese lediglich an den UVPs, wird ein Shoppingclub auf Dauer keine Chance haben.
Der Shoppingclub der Zukunft könnte neben den exklusiven Angeboten namhafter Hersteller auch Eigenmarken stärker in den Fokus nehmen. Eigenmarken würden sich perfekt für den Vertrieb über Shoppingclubs eignen. Shopping-Sender machen es mit teilweise exklusiven Modelinien von Promis vor.
Ein Shoppingclub, der sich einzigartig macht und im Vergleich zu anderen Shops aus der Branche Preisvorteile liefert, wird sich nachhaltig durchsetzen können. Stationäre Modeketten könnten praktische einen bundesweiten Ausverkauf ihrer Lagerwaren im Internet umsetzen und so – weitere Erfahrungen im E-Commerce sammeln, Kunden noch mehr binden und die gewonnenen Daten zielgerichtet künftig einsetzen.
Fazit
Shoppingclubs sind eine gute Möglichkeit, um exklusive Produkte zu attraktiven Preisen anzubieten. Letztlich muss ein Online-Händler, der in diesem Segment Fuß fassen möchte, die richtige Balance finden. Für den stationären Handel, insbesondere bundesweit tätigte Unternehmen, können Shopingclub-Angebote eine gute Möglichkeit sein, im E-Commerce erste Erfahrungen zu sammeln und neue Kundendaten zu gewinnen. Shoppingclubs sind ein Phänomen, welches sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln werden. Bislang ist es jedenfalls ein Geschäftsmodell, welches ausschließlich von Pure Playern betrieben werden.