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Der mühsame Weg zur SEPA

Der mühsame Weg zur SEPA
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Der Termin kam beinahe so überraschend wie das alljährliche Weihnachtsfest. Eigentlich sollte der Zahlungsverkehr in der Europäischen Union zum 1. Februar 2014 auf das einheitliche und grenzüberschreitende SEPA-Verfahren (Single European Payment Area) umgestellt werden. Eigentlich. Bekanntlich sah sich die EU-Kommission trotz langer Vorlauf- und Vorbereitungszeit angesichts signifikanter Umsetzungsdefizite bei Unternehmen aller Größenordnungen veranlasst, auch über den ursprünglichen Stichtag hinaus Überweisungen oder Lastschriften im Altformat zuzulassen. Die von der Kommission gesetzte neue Migrationsfrist läuft jetzt bis zum 1. August 2014.

ibi research an der Universität Regensburg hat zusammen mit van den Berg und dem Bank-Verlag bereits zum vierten Mal den Status quo sowie den Fortschritt des Umstellungsprozesses auf die in 33 Ländern verbindlichen SEPA-Verfahren untersucht. In der aktuellen Studie wurde analysiert, ob und wie Unternehmen sowie Behörden und Vereine die Umstellung nach dem eigentlichen Stichtag 1. Februar 2014 vollzogen haben und ob es dabei Schwierigkeiten gab.

Der alarmierende Umsetzungsstand im SEPA-Raum war wie erwähnt Anfang Januar für die EU-Kommission ausschlaggebend, das Ende der Migrationsphase auf den 1. August 2014 zu verschieben. Aber: War diese Verschiebung für deutsche Organisationen wirklich nötig – oder war zu diesem Zeitpunkt die Umstellung vom Großteil der deutschen Wirtschaft schon ausgeführt? Für Nachzügler stellt sich nun die Frage, wie sie die Zeit bis August nutzen sollen und welche Prioritäten sie in den nächsten Monaten setzen. Um diese Fragen zu beantworten, hat ibi research von Mitte Februar bis Mitte März, kurz nach dem vorläufigen Stichtag, die vierte Studie zur SEPA-Umsetzung in Deutschland durchgeführt.

Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass derzeit noch 17 Prozent der Befragten Überweisungen im alten DTA-Format und 16 Prozent DTA-Lastschriften bei Banken einreichen. Insgesamt reichen etwa ein Viertel der Organisationen weiterhin Überweisungen oder Lastschriften im alten Format ein. Insbesondere große Unternehmen (23 Prozent) nutzen noch DTA-Lastschriften, während vor allem mittlere Unternehmen (31 Prozent) derzeit noch DTA-Überweisungen einreichen. Hier muss also bis August noch nachgebessert werden.

Des Weiteren geht aus der Studie hervor, dass bei der Einführung der SEPA-Überweisung bei 31 Prozent der kleinen Unternehmen, 34 Prozent der mittleren Unternehmen und 50 Prozent der großen Unternehmen Schwierigkeiten aufgetreten sind. Bei der Einführung der SEPA-Lastschrift hat es im Vergleich zur SEPA-Überweisung sogar noch mehr Probleme gegeben. Hierbei sind bei 47 Prozent der kleinen, 65 Prozent der mittleren und 57 Prozent der großen Unternehmen Komplikationen aufgetreten. Die meisten Probleme gab es mit der Konvertierung in IBAN und BIC sowohl bei der SEPA-Überweisung als auch bei der SEPA-Lastschrift.

Nicht nur bei der Einführung, sondern auch beim aktuellen Umgang ist laut den Studienergebnissen noch Verbesserungspotenzial zu verzeichnen. So berücksichtigten z. B. nur 52 Prozent der Befragten, die bereits SEPA-Lastschriften nutzen, die Auswirkung von Rücklastschriften auf den Mandatszustand. Nur 76 Prozent kündigen die Zahlung vorab an und 83 Prozent verwalten die Mandate regelkonform. Weiterhin teilen bzw. teilten nur 83 Prozent aller Organisationen, die SEPA-Lastschriften nutzen, die Migration der gültigen Einzugsermächtigungen zu SEPA-Mandaten ihren Kunden mit. Eindeutige Mandatsreferenzen nutzen immerhin schon 90 Prozent. Insbesondere kleine Unternehmen haben im Vergleich zu mittleren und großen Unternehmen noch Nachholbedarf beim regelkonformen Umgang hinsichtlich der genannten Aspekte mit SEPA-Lastschriften.

Vor dem Hintergrund der genannten Ergebnisse sollte die verbleibende Zeit bis zum verschobenen Ende der Migrationsphase zum 1. August 2014 genutzt werden, um die internen Prozesse und die regelkonforme Handhabung mit der SEPA-Überweisung und insbesondere der SEPA-Lastschrift zu optimieren. Vor allem Organisationen, die immer noch Lastschriften und Überweisungen im alten Format einreichen, sollten die verbleibende Zeit intensiv für die Umstellung nutzen. Denn eine weitere Verschiebung des Endes der Migrationsphase, wie sie kurz vor dem vorläufigen Stichtag am 1. Februar 2014 überraschend durchgeführt wurde, wird es höchstwahrscheinlich nicht mehr geben.

Die komplette Studie „SEPA-Umsetzung in Deutschland – Eine Bestandsaufnahme nach dem 1. Februar 2014“ sowie eine SEPA-Checkliste und ein SEPA-Leitfaden stehen unter folgendem Link kostenlos zum Download zur Verfügung: www.sepa-wissen.de

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