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Discounter im Check: Lidl.de

Discounter im Check: Lidl.de
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In unserer dritten Kurzreihe wollen wir heute das E-Commerce-Engagement von Lidl.de näher unter die Lupe nehmen. In den beiden ersten Teilen hatten wir uns Aldi (Nord) und hit.de ja bereits angeschaut und einige parallelen in Sachen E-Commerce-Konzept feststellen können. Wie es bei Lidl nun ausschaut, wollen wir uns heute genauer anschauen. Starten wollen wir mit einem Blick auf die Startseite, also die Seite, die der Nutzer angezeigt bekommt, wenn er lidl.de in seinem Browser eingibt. Im Fokus dieser Seite stehen die wichtigsten Kategorien wie Schlafen, Büro, Spielware, Gesundheit oder beispielsweise Küche. Angebote aus dem Lebensmittelbereich sind nicht zu finden – zumindest auf den ersten Blick nicht. Ob lidl.de eine ähnliche Strategie verfolgt und lediglich auf die Produkte, die es in den Filialen gibt, hinweist, werden wir uns im weiteren Verlauf genauer anschauen.

startseite-lidl

Inhalt des Artikel

Angebot & Service

Klickt man auf den Menüpunkt „Aktuelle Angebote“ findet man im Grunde die Kategorien der Startseite wieder. Ein gut gemachtes Feature ist, dass der Nutzer auf den ersten Blick sehen kann, welche Produkte man online und welche offline bestellen kann. Und hier sind wir schon bei einem ersten sehr großen Unterschied zu Aldi Nord und Hit. Bei lidl.de kann man online einkaufen – zwar auch keine Lebensmittel (scheinbar) aber immerhin die dort angekündigten Produkte. Lidl bietet aber nicht 1:1 das Sortiment aus den Filialen an, sondern differenziert hier und zeigt dies wie beschrieben entsprechend an. Ein Filialfinder ist ebenso vorhanden wie ein Ratgeber, der wohl in erster Linie auch aus SEO-Sicht implementiert wurde. Sehr schön gemacht ist die Erklärung (FAQ), bei dem der Nutzer übersichtlich zum Thema Filiale und Online-Shop Infos erhält. Weitere Services sind der Größenberater, Produktvideos, die wir zumindest bei unserem Kurzcheck nicht im Shop selbst finden konnten sowie die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme.

angebot-online

Produktkategorie

Da Lidl in den jeweiligen Produktkategorien nicht sonderlich viele Produkte hat, wirkt die Seite natürlich recht übersichtlich. Ohne die Online-Strategie zu kennen, wirkt die Kategorieseite nicht optimal umgesetzt. Die Kategorie ist sehr gut erkennbar, jedoch eine ausführlichere Präsentation oder Beschreibung wäre für den Suchmaschinenbereich sicherlich von Vorteil. Auch sonst fehlen hier und da einige verkaufsfördernde Elemente. Zahlungsmöglichkeiten, Vorteile, oder besonderere Serviceleistungen. Auch die Marken hätte man etwas im oberen Bereich platzieren können. Vertraute Marken sind verkaufsfördernd. Einige wenige Produkte scheinen Bewertungen (Sternebewertung) zu haben. Auch das ist sicherlich sinnvoll, dem Nutzer diese Bewertungen zu zeigen. Interessant wäre zu wissen, wie Lidl im Post-Sales agiert. Wird explizit auf eine Bewertung des Services/Produkte hingewiesen?  Sehr schön umgesetzt ist, das man als Verbraucher auch direkt sehen kann, welche Produkte on- und/oder offline zu finden sind. Unterhalb der Kategorieseite sind zudem Recommendations, die exklusive Produkte aus dem Online-Shop zeigen. Warum Lidl die UVPs nur bei einigen Produkten anzeigt, erschließt sich mir nicht direkt. Die Marken hätte man beispielsweise rechts in die Box „Online-Prospekte“ platzieren können oder noch besser direkt unterhalb der Kategoriebezeichnung.

kategorieseite

Um noch mal auf die verkaufsfördernden Elemente zu kommen. Gütesiegel wie von Trusted Shops oder dem TÜV fehlen gänzlich. Gütesiegel schaffen Vertrauen. Sicherlich ebenfalls für den Verbraucher besser sichtbar wäre es, wenn Lidl die Vorteile/Services oberhalb der Webseite platziert hätte. Im Footer gehen diese wichtigen Informationen einfach zu sehr unter. Auch hätte man die Zahlungsmethoden visuell darstellen können. Grafiken fallen besser auf und der Nutzer erhält direkt die gewünschten Informationen.

service-vorteile
Schauen wir uns die Produktdetailseite nun noch etwas genauer an. Auf den ersten Blick wirkt die Seite sehr aufgeräumt, was schon mal positiv ist. Auf lange Beschreibungstexte wurde verzichtet. Alle wesentlichen Informationen scheinen vorhanden.

An den SEO-Bereich wurde aber auch hier nicht ausreichend gedacht. Platz wäre ausreichend auf der Produktdetailseite, um auf die Vorteile und Service-Elemente im direkt sichtbaren Bereich hinzuweisen. Der Verbraucher sieht auf den ersten Blick nur den Preis, Lieferzeit und ob das Produkt online und in der Filiae zu bekommen ist. Ob die Lieferung ab einem gewissen Wert kostenlos ist, welche Zahlungsvarianten vorhanden sind, sieht er nur, wenn er nach unten scrollt. Positiv ist, das man nicht nur Produktbilder zeigt, sondern auch Bilder, bei denen das Gerät zum Einsatz kam. Der potenzielle Käufer wird inspiriert. Recommendations sind ebenfalls vorhanden, ob dies in der Größe und in der dieser Form sein muss – Lidl wird es getestet haben.

produktdetail

Ebenfalls auf der Produktdetailseite sind Hinweise auf die Social-Media-Kanäle, damit der Nutzer seinen Social-Media-Freunden die Produkte empfehlen kann. Gesagt, getan, wir wollten das Produkt bei Facebook und Google+ liken und was geschah, es erschien nicht das eigentliche Produktbild, sondern ein völlig anderes Produkt, welches wir teilen sollten? Wie in der Grafik zu sehen, erscheint eine Gehhilfe. Was diese mit dem Labeldrucker zu tun hat, bleibt offen. Gleiches passierte auch, wenn ich bei Facebook etwas teilen wollte. Da stimmte sogar die Auflösung bzw. Integration des Buttons nicht wirklich.

social-web-fehler

Viele Kleinigkeiten scheinen im E-Commerce-Konzept noch nicht 100 Prozent stimmig zu sein. Positiv ist, dass man zumindest einen Teil der Angebotspalette, wenngleich auch keine Lebensmittel, online über lidl.de bestellen kann. Was lidl.de ansonsten noch bietet, ist ein Weihnachtsshop, der ebenfalls ausgewählte Produkte beinhaltet. Welchen Sinn dieser Shop im Vergleich zu dem anderen Angeboten macht, ist nur auf den zweiten Blick später sichtbar. Der „normale“ Shop, weihnachtlich in ein Layout gelegt, hätte sicherlich auch gereicht. Im Weihnachtsshop selbst sind einige Grafik-RTeasder, die letztlich doch in den klassischen Shop verlinken.

weihnachts-shop

In der folgenden Grafik sieht man die Teaser, die auf die besonderen Angebote/Produkte hinweisen und in den klassischen Shop verlinken.

teaser-shopMultichannel-Angebot

Zwar zeigt man auf lidl.de sehr übersichtlich, welche Produkte in den Filialen und im Online-Shop vorhanden sind. Ein richtiges Multichannel-Angebot scheint es aber nicht zu geben. Die Bestellung online und dann die Abholung in der Filiale beispielsweise sieht das Unternehmen aktuell nicht vor. Obwohl dies von der Umsetzung sicherlich machbar wäre. So müsste beispielsweise der aktuelle Warenbestand pro Filiale ermittelt und angezeigt werden. Denn ein Kunde, der einen online verfügbaren Artikel kauft, aber warten muss, weil dieser in der bevorzugten Filiale nicht verfügbar ist, würde enttäuscht dem Unternehmen womöglich den Rücken kehren.

Social Media

Als einziges unserer Test-Unternehmen ist Lidl auch bei Facebook aktiv. Immerhin hat das Unternehmen bei Facebook 1,8 Millionen Fans. Auch der Aktivitätsindex ist ordentlich und Lidl postet regelmäßig. Auch bei Twitter (13.800 Follower) ist man aktiv. Bei Google+ folgen lidl gut 3.000 Menschen. Nicht ideal ist sicherlich, dass über alle Social-Kanäle der gleiche Text verwendet wird und wohl über ein entsprechendes Tool die Kommunikation zentral umgesetzt wird. Der Weg ins Social Media ist also geebnet undauch hier ist man dem Wettbewerb einen großen Schritt schon mal voraus.

facebook-lidlSichtbarkeitsanalyse

Der Blick in den SEO-Bereich zeigt die scheinbare Vorreiterrolle von lidl.de. Im Vergleich zu hit.de (132 Rankings) hat lidl.de über 20.000 Rankings. Die Sichtbarkeit ist seit 2012 stark gestiegen wie man in der Grafik unten sehen kann. Rund 20.000 der Backlinks verweisen auf die .de-Präsenz, während gut 800 auf die einzelnen Filialen verlinken. Die eingehenden Links liegen bei 353.013 bei 6.424 verschiedenen Domains. 47,6% verlinken auf die Startseite und 52,4 Prozent auf Unterseiten von lidl.de. Der Link mit dem wichtigsten Trust stammt von Greenpeace. Ökologisches Handeln ist also nicht nur für das Image, sondern auch für die Backlinkstruktur durchaus sinnvoll. Ein weiteres Beispiel ist der Link von den „Tafeln„, der ebenfalls als Organisation einen hohen Trust von Google bekommt und dem Link-Portfolio gut tut.

Ein kurzer Blick auf beispielsweise vier Keywords, die auf der Pole Position zu finden sind, zeigt, dass Lidl sehr stark auf das „Nebensortiment“ setzt. Mit folgenden Keywords ist lidl laut unserem SEO-Tool bei google aktuell vertreten:

  • sonnenliege
  • matratze 140×200
  • 4 jahreszeiten bettdecke
  • radkappen 15 zoll

seoBei der genauen Analyse der Linkstruktur ist aufgefallen, dass Lidl.de nicht nur unter lidl.de einen Shop unterhält. Beispielsweise können Nutzer auch unter lidl-blumen.de direkt online einkaufen. Von der Shopstruktur und dem Layout baut das Unternehmen auf vorhandene Strukturen.

lidl.de setzt auf noch mehr E-Commerce

Und bei den ganzen Recherchen ist uns auch noch ein kleiner Hammer aufgefallen. Lidl verkauft vielmehr Produkte als Nutzer auf den ersten Blick sehen kann. Der Blick auf die bei Google gelisteten Keywords zeigt, dann man nicht umsonst mit den Keywords breit gestreut hat, sondern auch entsprechend Produkte anbietet. Der Screenshot unten zeigt die vielen weiteren Kategorien, die Lidl seinen Nutzern anbietet. Direkt über die Hauptseite ist dies nicht zu erkennen. Wieso LIDL hier so zurückhaltend agiert, ist die Frage. Jedenfalls gelangt man nur über Umwege auf dieses umfangreichere Angebot und wundert sich als Verbraucher, weshalb der Shop auf einmal links eine Navigation mit so umfassenden Rubriken  wie Weine, Kaffee, Tiernahrung, Waschmittel, Haushaltswaren oder Toilettenpapier an. Weitere Rubriken sind:

  • Wohnen & Einrichten
  • Multimedia & Technik
  • Haushalt & Küche
  • Baumarkt
  • Kinderwelt
  • Mode
  • Sport
  • Hobby & Freizeit
  • Bücher & Medien
  • Gesundheit & Pflege
  • Weinwelt
  • Marken im Lidl-Onlineshop
  • Online-Specials

lidl-raeder

Die eingesetzten Markenshops sind mit Sicherheit auch ein wichtiges Vehicle um Google entsprechende Inhalte zu liefern. Lidl verkauft also wesentlich mehr Produkte als auf den ersten Blick die Webseite vermuten lässt. Neben den aufgezeigten Kategorien gibt es weitere Shops für Blumen, Mobile, Reisen, etc.

 

Display-Advertising

Per Zufalls ist uns im Rahmen der Recherche ein Popup-Werbemittel aufgefallen. Hier bewirbst lidl nicht den Shop direkt, sondern verweist auf das Angebot ab dem 08. Dezember. Aldi macht dies in ähnlicher Form, wobei bei Aldi aufgrund des fehlenden E-Commerce-Angebotes eine solcher Schritt nachvollziehbar ist. Da lidl aber eine echten Online-Shop hat, verstehe ich nicht, weshalb man auf das Offline-Angebot so fokussiert hinweist und nicht versucht den Nutzer direkt in den Shop zu lotsen – unabhängig, ob es das Produkt erst am 8.12 oder direkt gibt. Der Nutzer möchte, sofern er ein Angebot gut findet, nicht noch warten, sondern direkt die Möglichkeit erhalten, das Produkt im besten Fall zu kaufen. Diese Chance wird ihm genommen, wenn man auf künftige Produkte „nur“ hinweist.

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Fazit

Kommen wir zu einem abschließenden Fazit. Aldi Nord und hit.de sind meilenweit in Sachen E-Commerce aus unserer Sicht hinter lidl.de. Das E-Commerce-Angebot ist größer als vermutet, hat jedoch hier und da noch großes Potenzial und muss sukzessive weiter ausgebaut werden. Der Tag wird kommen, an dem Nutzer mehr und mehr auch Lebensmittel online einkaufen will. Zumindest sammelt Lidl bereits wichtige Erfahrungen im E-Commerce, auch wenn es an einigen Stellen noch Optimierungsmöglichkeiten gibt. Wenn man über lidl.de geht, sieht man das erweiterte Sortiment nicht auf den ersten Blick. Erst durch die Analyse der SEO-Struktur und Links ist aufgefallen, dass lidl wesentlich mehr im E-Commerce macht als angenommen. Wenn man nur unsere Kurzanalyse anschaut, gibt es sicherlich einige Dinge, die man verbessern kann. Auf der anderen Seite kann es durchaus sein, dass man aktuell sehr viel testet, Learnings sammelt und daraus in einiger Zeit die richtigen Dinge ableitet und umsetzt.

Für mich als Nutzer, der einen möglichst schnellen Überblick über das Angebot haben möchte, ist die Struktur des Shops eher verwirrend. Ja, man gelangt über Umwege auch zu den weiteren Produkten. Im Fokus stehen diese allerdings nicht. Wir werden das Angebot von lidl.de weiter beobachten und gerne in ein paar Monaten noch mal einen Re-Check umsetzen.

 

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