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E-Commerce 2025: Was sich bis dahin abzeichnet

E-Commerce 2025: Was sich bis dahin abzeichnet
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Ein gewaltiger Teil des Erfolges im E-Commerce besteht darin, zumindest ein wenig die Zukunft voraussagen zu können. Das ist allerdings nicht nur eine reine E-Commerce-Notwendigkeit, sondern eine Grundregel des klassischen Business, egal ob es nun on- oder offline stattfindet. Doch gerade in einer so schnelllebigen Welt wie der des Onlinehandels, kann sich ein solches Werk häufig nur auf die unmittelbare Zukunft erstrecken. Für alles andere sind die Entwicklungen, vor allem auf technischer Seite, zu schnell. Allerdings lassen sich gewisse Trends mit einiger Sicherheit vorhersagen. Genau das möchte der folgende Artikel tun. Einen Blick darauf werfen, wie E-Commerce um 2025 aussehen wird, sowohl von der Kundenseite her wie der der Betreiber. Dafür haben wir vier Punkte ausgewählt, die besonders wichtig sind.

Der Ton wird häufig die Musik machen

Je klarer sich ein Trend schon in der Gegenwart abzeichnet, desto wahrscheinlicher ist es natürlich, dass er sich in der Zukunft vollumfänglich entfaltet haben wird. Bei diesem ersten Punkt ist das von besonderer Bedeutung. Tatsache ist, dass schon in der heutigen Zeit weltweit pro Quartal zweistellige Millionenzahlen von Smart Speakern verkauft werden. Allein im letzten Quartal 2017 waren es 18,6 Millionen Stück und in Deutschland setzen schon jetzt gut zehn Prozent der Bevölkerung darauf. Ein Großteil davon Angehörige der Millennial-Generation, da diese generell zu den Early Adoptern zählen. Natürlich wird es bei diesen Systemen bis 2025 schon aufgrund der Marktsättigung zu einer gewissen Abflachung der Verkäufer gekommen sein.

Etwas anderes wird dann allerdings von maximaler Bedeutung sein, auch wenn es derzeit, zumindest in Deutschland, noch nicht so richtig aus den Startlöchern zu kommen scheint: E-Commerce via Sprachassistenten oder korrekter Voice Commerce. Generell sehen Experten darin ein wahrhaft gigantisches Potenzial, welches heute nur deshalb brachliegt, weil viele Händler sich noch nicht vollumfänglich mit dem Thema befasst haben.

Was 2025 definitiv Standard geworden sein wird, ist es, Dinge, bei denen die optische Komponente bei der Bestellung bereits jetzt eine untergeordnete Rolle spielt, mit maximaler Selbstverständlichkeit über die Sprachassistenten zu ordern. Das wäre beispielsweise bei Elektronik der Fall, Lebensmitteln oder Haushaltsprodukten. Doch auch wenn es bislang so aussieht, dass sich, etwa bei Bekleidung, der Bildschirm nicht ersetzen lässt, wird mutmaßlich auch das geregelt worden sein: Schon jetzt vertreibt Amazon mit dem Echo Show einen Smart Speaker mit integriertem Screen, noch allerdings meist für triviale Aufgaben genutzt. Dereinst mit Sicherheit aber, um sich einen per Sprache zu bestellenden Gegenstand anschauen zu können. Das ist natürlich auch eine Fleißaufgabe für Geschäftstreibende: Sie müssen bis dahin auch lernen, das Thema Suchmaschinenoptimierung aus sprachlicher Sicht zu behandeln und dafür Sorge zu tragen, dass der sprechende Helfer auf dem Tisch die Produkte beschreiben kann.

Der Händler selbst wird digitaler

Das Digitale ist beim E-Commerce zwar der wichtigste Dreh- und Angelpunkt. Tatsächlich jedoch ist es bislang meist nur „Mittelsmann“, welcher an beiden Enden menschliche Interakteure benötigt, um zu funktionieren.

Für die breite Masse der Händler werden zwar auch 2025 die Waren noch händisch kommissioniert werden: Technik wie der Kommissionierer-Roboter, für den Amazon derzeit Unsummen ausgibt, wird auch dann vornehmlich ein Ding der „Großen“ sein. Was aber auch bei den kleineren Händlern durchgerutscht sein wird, ist Automatisierung an anderer Stelle. Bestes Beispiel, die Buchhaltung. Gegenwärtig zeichnet sich ab, dass das, was vielerorts noch manuell und physisch von Menschenhand auf Papier erledigt wird, sich zunächst digitalisieren und von dort automatisieren lässt. Vergleichsweise kann das schon heute einfach umgesetzt werden, sofern man nur dafür sorgt, dass so viele Daten wie möglich, etwa Zahlungsbelege, in digitale Form gebracht werden können, bspw. per Scanner. Von dort aus ist es letzten Endes nur noch eine Frage der richtigen Software, die sicherstellt, dass 2025 der Posten „Buchhaltung“ im E-Commerce sowohl was Zeit wie Geld angeht, eine kleinere Rolle als heute spielen wird. Natürlich bevorteilt das die Geschäftstreibenden: Geringere Lohnkosten, mehr Luft fürs eigentliche Business.

Von Digital an Digital zurück zum Menschen

Der Kühlschrank, der mit dem Internet verbunden ist und selbsttätig Dinge bestellt, mag mittlerweile, nachdem er seit mehr als zehn Jahren zu jeder Technikmesse gehört und trotzdem kaum von den Kunden angenommen wird, zum fast tragikomischen Running-Gag geworden sein. Das Oberlandesgericht München mag der Technik durch ihr Verbot der Amazon Dash Buttons einen schweren Schlag versetzt haben.

Wer das allerdings als Hinweis darauf ansieht, dass (teil-)automatisierte Bestellungen auch 2025 noch keinen richtigen Stand haben werden, liegt vermutlich falsch. Denn Fakt ist, dass der Wunsch nach Komfort, nach mehr Freizeit sich schon jetzt in einem unglaublichen Verbraucherdruck niederschlägt. Die Kunden möchten einfach so wenig Lebenszeit wie möglich dafür aufwenden, sich mit trivialen, repetitiven Dingen des Alltags zu befassen.

Dazu gehört es definitiv, Dinge, die regelmäßig benötigt werden und deren Art und Menge sich für den jeweiligen Kunden nicht ändert, nicht andauernd selbst kaufen zu müssen. Es mag vielleicht Wunschvorstellung bleiben, dass der Kühlschrank selbsttätig Wurst, Käse und Co. nachbestellt, dazu unterliegen diese Produkte zu einem großen Teil schon einer viel zu großen Fluktuation, was die „Lust“ darauf anbelangt. Wer sich heute ein nicht alltägliches Produkt in den Kühlschrank legt, der will nicht unbedingt das nächste halbe Jahr davon regelmäßig essen.

Allerdings gilt das bei sehr vielen anderen Produkten keineswegs. Dahinter verbirgt sich auch der Knackpunkt, warum vollautomatisierte Bestellvorgänge 2025 wesentlich häufiger vorkommen werden als es noch heute der Fall ist. Das „Taschentuch-Abo“, die „Shampoo-Nachlieferung“, das wird alles kommen, denn in jedem Haushalt besteht ein erklecklicher Teil der Einkäufe aus diesen immer wiederkehrenden Produkten. Für den Händler allerdings ist das ein Genuss ohne Reue. Er braucht praktisch keinerlei technische Änderungen bei sich zu applizieren. Umgekehrt bekommt er dadurch je nach Ausrichtung einen großen Grundstock an fest planbaren Umsätzen.

Dreidimensional für maximale Personalisierung

3d printer printing objects yellow form closeup. Modern technical 3D printing.

Auch dieses Thema gehört zu den Punkten, die sich schon jetzt so überdeutlich abzeichnen, dass es als sicher angesehen werden kann, dass sie 2025 selbstverständlich geworden sein werden. Die Rede ist vom 3D-Druck. Heute, Anfang 2019, sieht es so aus, dass diese noch vor wenigen Jahren enorm teure Technik bereits in den Consumer-Bereich durchgesickert ist. Zumindest was das Drucken von Kunststoffen anbelangt. Doch dreidimensionaler Metall- und Betondruck hat ebenfalls längst den Prototypenstatus verlassen und wird bereits auf vielen Ebenen erfolgreich eingesetzt.

Diese Techniken werden überall im E-Commerce, wo es um den Handel mit physischen Gegenständen geht, in den kommenden Jahren noch für eine gewaltige Revolution stehen. Denn 3D-Druck ist die ureigenste Antwort des immer stärker werdenden Kundenwunschs nach maximaler Personalisierung bei verbrauchertauglichen Kosten. Umgekehrt ist es eine großartige Möglichkeit für den Händler, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu erledigen: Lagerhaltung und Wareneinkauf.

Mithilfe des 3D-Druckers lassen sich Produkte von jedem just in time anfertigen. Mit einer entsprechenden Software, welche das Shopsystem direkt mit dem Drucker verknüpft, ist das sogar vollkommen ohne menschliche Interaktion möglich, die heutigen Foto- und Posterdruck-Anbieter machen es schließlich vor. 3D-Druck ermöglicht es Händlern, Kunden eine bislang ungekannte Variantenvielfalt anzubieten, ohne sich auf den risikoreichen und Kapital-festsetzenden Ankauf und Bevorratung vieler Waren festlegen zu müssen.

Gleichsam ermöglicht er auch eine vollkommen neue Preisgestaltung, weil es den Warenwert von dem entkoppelt, was man normalerweise selbst an einen Hersteller oder Zwischenhändler zahlen müsste. Ein enormes Potenzial ohne jegliche Risiken. Nehmen wir an, ein Schmuckhändler möchte es seinen Kunden ermöglichen, aus nicht weniger als 250.000 Ohrring-Designs auswählen zu können. Heute wäre das beinahe geschäftlicher Selbstmord, weil die damit einhergehende Lagerhaltung Unsummen verschlänge. 2025 hingegen wäre es nur eine Sache von genügend Speicher, auf denen die entsprechenden Druckdaten vorrätig gehalten werden. Zudem vereinfacht es die Beschaffungskette ganz enorm, denn es braucht eben nur druckbares Kunststoff- oder Metallpulver, statt fertiger Produkte.

Bildquellen
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