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eSport als Marketing Instrument der Spiele Industrie

eSport als Marketing Instrument der Spiele Industrie
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Inzwischen hat bereits jeder zweite Deutsche den Begriff eSport bereits gehört. Damit gemeint sind professionelle Videospieler, die sich in oftmals internationalen Wettbewerben mit anderen Videospielern messen. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen das Spielen von Computer- oder Konsolen-Videospielen ein Nischenthema war. Für große Publisher und Spieleentwickler hat sich eSport zu einem regelrechten Marketing Instrument entwickelt um zusätzliche Publicity und weltweite Bekanntheit zu erlangen.

Professionelle Wettkämpfe im eSport außerhalb klassischer Sportarten

Ein häufiges Verständnisproblem bei eSport ist, dass hierbei längst nicht mehr nur Sportspiele zu Wettbewerben genutzt werden. Anders als der Begriff vermuten lässt, können bei professionellen Wettkämpfen Computer- und Konsolen-Videospiele aus den verschiedensten Genres zu eSport Events genutzt werden. Es gibt selbstverständlich eSport Wettbewerbe auch für klassische Sportarten wie z.B. Fußball oder Basketball. Jedem dürfte dazu FIFA oder NBA ein Begriff sein. Dabei handelt es sich wohl um das jeweils bekannteste Fußball und Basketball Sportspiel der Videospiele-Industrie. Doch das ist inzwischen bei Weitem nicht mehr das einzige Genre, in denen eSport Events ausgetragen werden.

Blizzard als Beispiele für erfolgreiches Marketing im eSport

Der Computerspiele-Entwickler und Publisher Blizzard macht es seit Jahren erfolgreich vor. Die bekanntesten  eSports Games heißen heutzutage „Overwatch“ „Hearthstone“ oder „Heroes oft he Storm“. Unter dem Begriff Blizzard eSports werden derzeit zwölf verschiedene Veranstaltungen von Turnieren vermarktet. Blizzard hat sogar eine eigene Blizzard Arena als Austragungsort für die Turniere. Dazu wurden in Los Angeles und Taipeh zwei Standorte in den USA und China gewählt um Spielern weltweit mehrere Austragungsmöglichkeiten zu bieten. Mit der BlizzCon hat Blizzard sogar eine eigene Computerspielmesse etabliert, bei der eSport auf Cosplay trifft. Es ist mehr als ein typisches Meet and Greet, die Messe ist ein weltweites Marketing und PR-Event für das Unternehmen.

Auch virtuelle Rennveranstaltungen sind im eSport zu Hause

Die Marke Need for Speed des Publishers Electronic Arts, auch bekannt als kurz EA, gehört zu den bekanntesten Rennspielen weltweit. Auch das Massenphänomen Rocket League, bei dem ein vergleichsweise simples Rennspiel auf Fußball trifft, gehört inzwischen zum eSport und wird von Spielern weltweit als süchtig machendes Pausengame gespielt. Eine Besonderheit hier ist der Grundsatz, dass die Spielregeln und Steuerung relativ simpel sind, diese perfekt zu meistern ist allerdings schwer. Getreu dem englischen Leitsatz „Easy to learn, hard to master“, sind bei den eSport Veranstaltungen die weltweit besten Spieler vertreten, gegen die Anfänger nicht die geringste Chance haben werden.

Ego-Shooter werden seit Jahren für eSport genutzt

Seit Jahren gehören Ego-Shooter zu den festen Größen an wiederkehrenden Spielereihen in der Gaming Industrie. Microsofts Halo auf der XBOX Konsole das größte Aushängeschild, während Killzone auf der Playstation das Genre definiert. Als Multiplattformtitel auf Konsolen und PC sind die Videospiele-Serien von Call of Duty des amerikanischen Publishers Activision und Battlefield von Electronic Arts nicht mehr wegzudenken und werden beinahe im Jahres-Rhythmus mit neuen Titeln versorgt. Insbesondere Call of Duty, das als Reihe seit 2003 existiert und 2017 zuletzt einen weiteren Ableger erhalten hat, gehört bei eSport Events zu den am meisten gespielten Titeln überhaupt.

Was macht ein Videospiel zum eSport Titel?

Das sich gegenseitig messen ist mit sehr vielen Videospielen möglich, es funktioniert allerdings unterschiedlich gut und daher eignen sich einige Titel besser als andere. Es gibt auch Videospiele, die ausschließlich für Einzelspieler konzipiert wurden und daher wegfallen. Beispielsweise wäre es nicht möglich sich in einem Point-and-Klick-Adventure gegen andere zu messen. Auch viele Adventure oder RPG-Spiele sind auch heutzutage noch ausschließlich für Einzelspieler programmiert. Es gibt auch viele Titel, bei denen zwar ein Multiplayer-Modus existiert, dieser aber eher ein bescheidenes Beiwerk ist. Erst Titel, die ihren spielerischen Fokus auf Multiplayer legen sind geradezu prädestiniert für eSport-Events. Dazu gehört das bereits erwähnte Spiel „Rocket League“, das mit simplem Spielprinzip geradezu für lokalen als auch Online Multiplayer von 2 gegen 2 bis 5 gegen 5 ausgelegt ist. Der Titel war ursprünglich ein Download-Only-Titel, wurde ein Verkaufserfolg und ist inzwischen auch in physischer Form für Konsolen und PC erhältlich. Ein eSport-Titel wird meist auch mit zahlreichen Updates und Neuerungen versorgt und bleibt somit über einen längeren Zeitraum interessant für alte wie auch dazu kommende neue Spieler.

Wie ist eSport in der Gaming-Industrie überhaupt entstanden?

Der Grundgedanke des eSport ist simpel und bedeutet nichts anderes, als dass sich Spieler mit anderen Spielern messen wollen. Durch eSport ist dieses zum Event geworden und teils auch stark kommerzialisiert worden. Doch der Reiz besser als andere zu sein, ist so alt wie die Videospieleindustrie selbst. Seit den 1970er Jahren, messen sich Spieler gegen andere Spieler. Das hat bereits beim ersten und simpelsten Videospiel „Pong“ in packenden 2-gegen-2-Duellen begonnen. Bereits Anfang der 80er Jahre veranstaltete Atari als damalige Branchengröße der Videospieleindustrie Wettkämpfe mit über zehntausend Teilnehmern. In den 90er Jahren wurde dies von Nintendo und Sega fortgeführt, den damaligen größten Konkurrenten. Ab Mitte bis Ende der 90er Jahre wurde es durch die zunehmende Verbreitung des Internets erstmal möglich eSport Veranstaltungen nicht mehr nur lokal, sondern über Netzwerke und später Breitbandanschlüsse weltweit auszuführen. Ab den 2000er Jahren existieren professionelle eSport Wettbewerbe und Weltmeisterschaften, wie wir es bis heute in der Gaming Industrie vorfinden.

Auch Verbände und Sportvereine erkennen das Potenzial von eSport

Mit einer ganz aktuellen Meldung hat der Deutsche Fußball Bund DFB überrascht, nach der dieser plant bereits ab diesem Herbst in den eSport einzusteigen. Dazu liegen offenbar mehrere Angebote und Kooperationen mit Firmen vor, um den realen Fußball mit dem virtuellen Fußball zu verknüpfen. Künftige eSport Events im Fußball könnten dann mit offizieller Unterstützung des DFB stattfinden. Dieser Schritt war für Branchenkenner nicht wirklich überraschend, denn auch in der Fußball Bundesliga gibt es Beteiligungen am eSport. Es kommen stetig mehr Fußball Bundesliga Clubs dazu und bereits jetzt sind mit dem 1. FC Köln, RB Leipzig, FC Schalke 04, VFL Wolfsburg und einigen weiteren bereits namhafte Größen des deutschen Fußball im eSport aktiv.

eSport im Internet und in den Medien

Im Internet tauschen sich Videospieler weltweit über eSport Veranstaltungen aus. Nicht nur die Profi-Spieler sind interessiert am eSport, auch für Zuschauer sind die verschiedenen Events interessant und sorgen für großes Interesse. Auf dafür spezialisierten Online Portalen wie beispielsweise Esports.net werden aktuelle eSports Spiele und Events ausführlich vorgestellt.  Die zunehmende Popularität von eSport sorgt auch in den klassischen Medien für mehr Aufmerksamkeit. Während eSport vor einigen Jahren noch überwiegend über Plattformen wie youtube oder Streaming Dienste wie Twitch populär wurde, sind inzwischen auch Fernsehsender aufmerksam geworden. Der Sender Sport 1 hat beispielsweise einen Live Stream Channel für solche Events und auch in verschiedenen Fernsehformaten des Senders werden die Veranstaltungen teils sehr ausführlich und präsent gezeigt.

Die Entwicklung des eSport

Dem eSport wird heute bereits ein sehr großes Interesse entgegen gebracht, das zukünftig noch deutlich zunehmen wird. Derzeit kann man nur erahnen, wie sich eSport in den nächsten Jahren weiter entwickeln wird. Aufgrund der zunehmenden Popularität in den Medien und dem immer größere werdenden Interesse von Sportvereinen, Verbänden und weltweiten Ligen wird dies weiter zunehmen. Aus wirtschaftlicher Sicht entwickelt sich ein weltweites Millionen Dollar Geschäft, bei dem nicht nur die Videospiele Publisher und Entwickler verdienen, sondern auch Unternehmen innerhalb und außerhalb der Branche. Unter dem Marketing Aspekt ist eSport bereits jetzt ein großartiges Geschäft weltweit.

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