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Freemium: Wie ein neues Geschäftsmodell den E-Commerce verändert

Freemium: Wie ein neues Geschäftsmodell den E-Commerce verändert
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Exklusivität ist im E-Commerce seit einiger Zeit kein Erfolgsgarant mehr. Um die eigene Zielgruppe etwas weiter zu fassen und mehr Personen zu erreichen, greifen viele Unternehmen aus der digitalen Wirtschaft auf ein Geschäftsmodell zurück, das sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Inhalte bereitstellt. Der Name: Freemium.

Freemium: Was steckt hinter dem Geschäftsmodell?

Im Zusammenhang mit dem Begriff gibt es auch andere Geschäftsmodelle, die alle mehr oder weniger verbreitet sind. Konzentrieren wir uns zuerst auf den Freemium-Begriff.

  • Freemium
    Das Freemium-Modell folgt meistens demselben Schema. In der Regel erhält der Nutzer bei Freemium-Angeboten den kostenlosen und zeitlich unbegrenzten Zugang zur Vollversion einer Software. Das können Apps sein oder auch Browser-Anwendungen. Er muss lediglich für spezielle Inhalte oder zusätzliche Dienste bezahlen. Das Prinzip Pay-to-win ist zum Beispiel ein Freemium-Mechanismus.
  • Freeware
    Freeware ist für die Nutzer kostenlos erhältlich. Sie dürfen diese in vollem Umfang kostenlos nutzen. In der Regel sind Programme und Anwendungen, die als Freeware bezeichnet werden als Download erhältlich. Zur finanziellen Unterstützung kann man freiwillig eine Spende an die Entwickler versenden.
  • Demo
    Eine Branche, in der das Demo-Prinzip häufig zum Einsatz kommt, sind Online Casinos. Die meisten renommierten Anbieter halten insbesondere für Neukunden einen Willkommensbonus bereit. Über einen Casino Bonus ohne Einzahlung können Nutzer bei der ersten Registrierung meist einen begrenzten Bereich von Spielen und Funktionen nutzen, ohne zuvor eine Echtgeld-Einzahlung vornehmen zu müssen. Je nach Geschäftsmodell kann der Willkommensbonus auch unbegrenzt für das gesamte Spieleangebot genutzt werden. Nachdem der Willkommensbonus aufgebraucht wurde, ist für weitere Spieleinsätze eine Einzahlung erforderlich.

Übrigens! In der Branche des iGamings sind diese Demo-Angebote sehr verbreitet. Zum einen locken sie viele neue Kunden an. Zum anderen bieten sie den Neulingen aber auch einen echten Mehrwert. Auch wenn es sich um Werbemaßnahmen handelt, hat der Kunde etwas davon:

    • Kennenlernen der virtuellen Casino-Umgebung
    • Einschätzung der eigenen Fähigkeiten
    • Einfinden in die Funktionen der Games
    • Und natürlich: Spaß am Gratisspiel
  • Shareware
    Shareware ist weit verbreitet. Die Software dieses Typs ist kostenlos nutzbar. Hierfür stellt der Betreiber des Dienstes jedoch eine Art Light-Version bereit. Die Nutzbarkeit wird ab einem zuvor festgelegten Zeitraum eingeschränkt. Dann muss erst eine Zahlung geleistet werden, bevor weiter damit gearbeitet werden kann. Unzählige Unternehmen nutzen diesen Mechanismus. In den 1990er-Jahren gab es einige Publisher, die sogar Computerspiele als Shareware vertrieben haben.
  • Trial
    Bei „Trials“ handelt es sich meist um Vollversionen der Programme, die eine zeitliche Beschränkung besitzen: Nach einem vorgegebenen Zeitraum muss der Nutzer für die Weiterbenutzung der Software bezahlen. Vor allem auf dem B2B-Sektor wird diese Freemium-Version gerne verwendet. Neukunden können so nämlich in vollem Umfang einen Eindruck von allen Features bekommen.
  • Free-to-Play
    In der Games-Branche wird Freemium als Free-to-Play (auch Free2Play oder F2P) bezeichnet. Es kommt bei Download-Spielen und Browser Games zum Einsatz. Von kritischen Nutzern wird es gerne auch Pay-to-win genannt, da man seine Gewinnchancen durch einen In-Game-Kauf deutlich erhöhen kann.

 

Warum Freemium als Geschäftsmodell so erfolgreich ist

Der grundsätzliche Gedanke hinter dem Freemium-Konzept ist selbstverständlich, zu werben. Dennoch kommen die Unternehmen, die diese Strategie nutzen, nicht umhin, dem Nutzenden trotzdem einige Leistung bereitzustellen.

Das kostenlose Angebot lockt. Der Kunde installiert die Software und beginnt sie zu nutzen. Die verfügbaren Funktionen sind jedoch auf einige Basics reduziert. Teilweise betreffen die Einschränkungen Features, die es unmöglich machen, das Programm richtig zu nutzen. Das schürt die Neugier und das Gefühl des Kunden, diese Software haben zu wollen. Ist er mit den Basis-Funktionen zufrieden, kauft oder abonniert er die Vollversion der Anwendung.

So verändert Freemium den E-Commerce

Der E-Commerce lebt von der zuverlässigen Wirkung der Freemium-Angebote. Ein Großteil der heute verfügbaren Streaming-Dienste nutzt das Konzept zur Kundengewinnung. Das wird von der Kundschaft auch gerne angenommen. Auf diesem Weg hat man nämlich eine gute Möglichkeit, die Leistungen der Software zu testen, ohne in Vorkasse gehen zu müssen. Hier einige prominente Beispiele:

  • Spotify
    Der Dienst lässt Neukunden kostenlos Musik streamen. Jedoch sind einige Funktionen eingeschränkt. So kann nicht unbegrenzt durch Alben gezappt werden. Außerdem spielt das Programm Songs lediglich im Shuffle-Modus ab. Zusätzlich werden die Kunden mit auditiver und visueller Werbung darauf hingewiesen, dass Spotify-Premium besser ist.
  • LinkedIn
    Das soziale Netzwerk ist ein Ort für die Vernetzung von Business-Partnern. Hier wird ebenfalls mit eingeschränkten Funktionen gelockt. Wer sich kräftig bewerben will und seine Geschäftskontakte professionell pflegen möchte, muss jedoch die Premium-Version nutzen.
  • Slack
    Der Messenger-Dienst Slack wird gerne für beruflichen Austausch genutzt. Wer einen Chatbereich erstellen und verwalten möchte, muss auf die kostenpflichtige Version wechseln. Gratis-Nutzer können in bestehende Chatbereiche jedoch kostenlos eingeladen werden. Der Kundenservice ist bei Slack-Premium deutlich umfassender.
  • Skype
    Skype ist ein mächtiges Kommunikations-Tool. Zumindest dann, wenn man dafür bezahlt. Die kostenlose Version ermöglicht nur Skype-to-Skype-Anrufe. Wer auf das Festnetz oder ein anderes Medium anrufen möchte (zum Beispiel Skype-to-Phone) muss zahlen.
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