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Interview mit Dennis Martens von Edel-Optics

Interview mit Dennis Martens von Edel-Optics
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In der letzten Woche haben wir das Konzept von Edel-Optics näher vorgestellt. Wie angekündigt, wollten wir ein Interview mit Gründer und Geschäftsführer Dennis Martens führen. Dies hat auch geklappt und er hat uns Rede und Antwort gestanden – trotz aktuellem Stress durch die Neueröffnung.

Inhalt des Artikel

Hallo Herr Martens, wer sind sie und was machen sie?

(Also momentan frage ich mich das selbst manchmal…) Ich bin Gründer und Geschäftsführer von Edel-Optics. Wir sind 2009 als Onlineoptiker gestartet und haben 2011 das Multichannel-Pilotprojekt „Virtuelle Warenauslage“ mit einem stationären Ladengeschäft in Hamburg begonnen. – Und aktuell weiß ich z.T. kaum wo mir der Kopf steht, weil wir mit eben diesem Konzept nun Ende November unseren neuen Flagshipstore im Alstertal Einkaufszentrum in Hamburg eröffnet haben. Für die gesamte Planung und Umsetzung hatten wir ein Zeitfenster von nur zwei Monaten, so dass ich einige kurze Nächte hatte in den letzten Wochen.

Edel Optics geht als Pure Player den Weg in den stationären Handel. Wie sieht die Entwicklung im Onlinehandel bisher aus?

Wir sind wirklich sehr zufrieden mit unserer bisherigen Entwicklung. Wir betreiben mittlerweile eigene Webshops in 39 Ländern. Unser Umsatz ist in den ersten Jahren im Durchschnitt fast 100% jährlich gewachsen und wir haben dabei die ganze Zeit schwarze Zahlen geschrieben. Dieses Jahr haben wir Investorengeld eingesammelt, mit dem wir diesen Weg in etwas höherem Tempo weitergehen können. Wir haben einen Relaunch mit sehr interessanten neuen Features, wie z.B. dem Digitalen Optikermeister in der Pipeline und auf dem Weg in den stationären Handel haben wir, wie schon angesprochen, einen großen Schritt gemacht.

Was versprechen Sie sich von dem Flasgshipstore und wieso setzten Sie auf das Thema „virtuelle Warenauslage“?

Die Virtuelle Warenauslage hatten wir ja schon seit 2011 im Rahmen eines Pilotprojektes erprobt. Es ist aus unserer Sicht die optimale Verknüpfung von Online- und Offlinehandel, was gerade für den Verkauf von Korrektionsbrillen mittelfristig eine zentrale Fragestellung ist. Mit dem neuen Flagshipstore setzen wir das Konzept nun für ein breiteres Publikum und im Rahmen unserer geschärften CI um, die auch für den bevorstehenden Relaunch der Webshops vorgesehen ist. Im AEZ in Hamburg stehen wir zudem im unmittelbaren Wettbewerb mit den großen Filialisten. Der Store ist also gewissermaßen die Feuerprobe, bevor wir unser stationäres Geschäft weiter ausrollen.

Ist die Skallierbarkeit des Shop-Konzepts möglich. Müsste nicht jeder Flagshipstore ein gleich großes Lager aufweisen, damit der Kunden auf das üppige Sortiment zugreifen kann?

Grundsätzlich ist die Idee, über Edel-Optics Filialen ein dezentrales Lagersystem aufzubauen und dann z.B. die Möglichkeit zu haben Same-Day-Delivery anzubieten. Ob jeder Shop dann am Ende mit dem Sortiment des jetzigen Stores konkurrieren kann, wird man sehen. Wenn sich das Onlinegeschäft entsprechend entwickelt, wird sich aber unser Warenbestand in jedem Fall vergrößern, so dass wir auch in dieser Hinsicht, dann mehr Möglichkeiten hätten.

Wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit aus. Wie schnell muss sich ein Flagshipstore in ihrem Konzept rechnen?

Dass wir über die Fläche auch den kompletten Versand abwickeln, ist insofern ein riesen Vorteil. Dadurch stehen wir prinzipiell nicht unter Zeitdruck, weil wir in jedem Fall profitabel arbeiten. Ich gehe aber davon aus, dass wir uns aufgrund der vielen Vorteile, die wir unseren Kunden hier vor Ort bieten, auch im stationären Wettbewerb durchsetzen und dann auch mit dem Verkauf im Laden entsprechende Gewinne erwirtschaften werden.

Sind Ausbaustufen des Multi-Channel-Ansatzes geplant?

Wie schon gesagt, würden wir das Geschäftsmodell gern Schritt für Schritt weiter ausrollen. Vorstellbar wäre auch eine Erweiterung mit Partnern, denen wir im Rahmen einer Zusammenarbeit die Technologie zur Verfügung stellen.

Wie sehen sie sich zu Wettbewerbern wie brille24 oder Mister Spex?

Mister Spex, die ja, genau wie wir, Markenbrillen über das Internet verkaufen, sind in Deutschland zweifelsohne der wichtigste Wettbewerber für uns. Brille24 verfolgt mit den in Asien gefertigten Billigbrillen einen ganz anderen Ansatz, ist aber das zweite Dickschiff, wenn man allein den Onlineanteil des Brillenmarktes in Deutschland betrachtet. Wir erwirtschaften etwa 70 Prozent unseres Umsatzes außerhalb von Deutschland, deshalb schauen wir auch noch auf Glasses Direct aus England, Smartbuyglasses aus Hongkong und Framesdirect aus den USA. Durch unseren Internationalisierungsweg, schnell in die Breite zu expandieren, heben wir uns im Wettbewerb dann auch klar ab, nicht nur hier in Deutschland. Die Voraussetzungen dafür werden bei uns in der Inhouse IT Entwicklung geschaffen. Überhaupt, war und ist die Inhouse Entwicklung unser Impulsgeber. Wir setzen auf Technik, die für unsere Kunden reale, greifbare Mehrwerte generiert und uns so Wettbewerbsvorteile verschafft. Dadurch waren wir für unser bisheriges Wachstum nicht auf kostspielige Marketingkampagnen angewiesen und konnten konstant profitabel arbeiten. Konkret meine ich damit, neben unserer Multichannel-Lösung mit der Virtuellen Warenauslage, z.B. unsere kaum zu schlagende Auswahl von über 30.000 Brillenmodellen, den europaweiten Expressversand und die automatisierte Niedrigpreispolitik. Dazu wird in Kürze ein Beratungstool für Brillengläser mit Stärke kommen, das erstmalig absolute Transparenz im Bezug auf die Gläserpreise schafft. Unser ‚Digitaler Optikermeister’ beinhaltet die Produktkataloge der großen Glasanbieter und errechnet aus den eingegebenen Korrektionswerten der Kunden die Randdicken, die sich für die verschiedenen Glastypen ergeben. Die Kunden bekommen am Ende eine einhundert Prozent bedarfsbezogene Empfehlung für ihr ausgewähltes Gestell. Das Tolle ist, dass es einem aber freisteht, die Ergebnisse des Digitalen Optikermeisters zu hinterfragen, indem in einer Detailansicht die einzelnen Glaseigenschaften mit dem Preis in Verbindung gesetzt werden und man alle verfügbaren Gläser im Vergleich sieht. So ist volle Transparenz zum Preis-Leistungsverhältnis gegeben. Das ist eine kleine Revolution für die Optikerbranche, die auch wiederum aus unserer Entwicklungsabteilung kommt. Die Technik macht den Unterschied könnte man also sagen, auch durch die strategischen Optionen, die sie uns eröffnet.

Ich war ja auch dieses Jahr wieder auf vielen Messe- und Kongressveranstaltungen als Referent unterwegs und mein Eindruck ist, dass man gerade nicht auf nur ein oder zwei Trends setzen kann, sondern in der Lage sein muss, sich parallel mit den großen Themen wie Big Data, Mobile, Internationalisierung, Service und Multichannel auseinanderzusetzen. Deshalb erwarte ich eine Konsolidierung der wichtigen Märkte, weil es für weniger professionelle E-Commerce Unternehmen zunehmend schwerer werden wird, das zu leisten.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit dem Konzept.

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