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Ist Augmented Reality ein Top-Trend im E-Commerce?

Ist Augmented Reality ein Top-Trend im E-Commerce?
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Der Jahreswechsel ist traditionell die Zeit, in der bilanzierend zurückgeschaut wird und die Branchen-Auguren die tatsächlichen oder vermeintlichen Top-Trends des kommenden Jahres proklamieren. Das ist im E-Commerce nicht anders. Viele Experten prophezeien der Augmented Reality (AR) den großen Durchbruch im E-Commerce im Jahr 2018. Ist diese Prognose berechtigt? Für welche Online-Händler wird diese Spitzentechnologie im neuen Jahr wirklich relevant? Und wie sieht es mit dem Kundennutzen aus?

Branchenriesen setzen auf Augmented Reality

AR ist eine vergleichsweise junge Technologie, die punktuell bereits Einzug in den Online-Handel gehalten hat. Ihr Einsatz stellt im E-Commerce meist den Versuch dar, das gegenüber dem stationären Handel im Ladenlokal fehlende haptische Einkaufserlebnis zumindest teilweise zu kompensieren. Die Entwicklung und Einbindung von sinnvollen AR-Anwendungen mit wirklichem Kundennutzen in Online-Shops ist heute noch relativ aufwändig und damit auch nicht ganz billig.

Daher verwundert es nicht, dass es bislang eher die Branchenriesen sind, die AR auf ihren Plattform zum Einsatz bringen. Zalando beispielsweise experimentiert schon länger mit virtuellen Umkleidekabinen, Amazon hat gerade ein Patent für einen AR-Spiegel eingereicht, mit dem etwa ein Modeoutfit virtuell ausprobiert werden kann, und auch Otto bietet wie schon andere große Online-Möbelhändler eine Einkaufshilfe per AR an.

Ausgereifte AR-Anwendungen haben Kundennutzen

Bei Produktgruppen wie etwa den genannten Möbeln oder Mode hat der Einsatz von AR ohne Zweifel einen klaren Kundennutzen. Den eigenen Wohnraum virtuell nachzubilden und in einer AR-Umgebung in Frage kommende Einrichtungsgegenstände auf dem heimischen Rechner hin- und herzuschieben, miteinander zu kombinieren und farblich aufeinander abzustimmen sind, wenn die Bedienung einfach und die Darstellung wirklichkeitsnah ist, eine wirkliche Hilfe bei der Entscheidungsfindung im Möbelkauf und werden vom Kunden als guter Service wahrgenommen. Ähnliches gilt für die Anprobe im Modebereich und den Einsatz in anderen Segmenten, in denen Optik eine Rolle spielt.

Kleine und mittlere Online-Händler sollten andere Schwerpunkte setzen

Wegen des heute noch hohen Aufwandes wird AR für die allermeisten kleinen und mittleren Online-Händler im Jahr 2018 eher keine Rolle spielen. Diese sollten zunächst eher andere Schwerpunkte wie zum Beispiel die Fortsetzung der mobilen Optimierung ihrer Shops setzen. Der Einsatz von AR wird bei ihnen später ankommen, wenn er auch im kleineren Rahmen sinnvoll und erschwinglich wird.

Wird AR also ein Top-Trend im E-Commerce 2018?

Ja und nein. Wie beschrieben wird AR schon in diesem Jahr bei den Top-Playern im E-Commerce eine deutlich wichtigere Rolle spielen als 2017. Für die breite Masse der kleinen und mittleren Webseller wird AR im Jahr 2018 hingegen ganz sicher noch kein Top-Trend. Darüber sollte sich jedoch niemand grämen. Denn der Einsatz von innovativer Technik ist kein Selbstzweck, sondern muss Kundennutzen bringen und vor allem auch wirtschaftlich sein.

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Comments (1)

  • Das AR nur für größere Shops und Anbieter lohenswert ist sehen wir von TOLYMP.DE etwas anders.

    Viel wichtiger ist der wirkliche Nutzen der damit für den Kunden erzielt werden kann. Wenn dieser eher gering ausfällt sollte man auf eine AR-App lieber ganz verzichten und nicht nach dem Motto verfahren: Ja wir haben auch eine AR-App.

    Wir entwickeln und vertreiben hochwertige Outdoor Sport- und Fitnessgeräte zur Aufstellung im eigenen Garten bzw. in Fitnessstudios etc.

    Unser AR-App wird häufig von unseren Kunden im Vorfeld verwendet, um damit die spätere Optik und den Platzbedarf der Anlagen besser bewerten zu können als dieses mit Maßband oder Zollstock der Fall wäre.
    Häufig geht es auch darum, Geldgeber für so eine Anlageninstallation zu überzeugen. Das sind im privaten Bereich häufig die Ehefrauen und Kinder, bei öffentlichen Institutionen Sponsoren, Entscheider bzw. Gemeinderäte etc.

    Mit der richtigen App, dem passenden AR-Anbieter sowie (ganz wichtig!) geeigneten 3D-CAD Daten ist die Implementierung und der Support einer AR-Applikation auch für kleine und mittelständisch geprägte Shops absolut zu leisten.

    Wir erwarten im übrigen von der geplanten Integration von AR direkt in das Betriebssystem der Devices einen weiteren Push in dieser Richtung, da dann die letzten Hürde für den Anwender (Installation einer 3rd Party App) wegfallen würde.
    Apple hat ja hierzu bereits diverse Ankündigungen verlauten lassen, u.a. den führenden deutschen AR-Technologieanbieter Metaio gekauft. Somit sollte man bei der Anbieterauswahl darauf achten, dass dieser auch diesen neuen Entwicklungen gegenüber offen und zukunftssicher ist.

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