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Kryptogeld wie Bitcoins im E-Commerce? – Völliger Unsinn!

Kryptogeld wie Bitcoins im E-Commerce? – Völliger Unsinn!
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Kryptowährungen wie Bitcoins sind derzeit in aller Munde. Astronomische Wertsteigerungen versetzen die Zocker an den Finanzmärkten geradezu in Ekstase. Und wenn es um digitale Zahlungsmittel geht, dann liegt für viele der Gedankensprung zu einem möglichen Einsatz solcher Kryptowährungen auch im digitalen Handel scheinbar nicht weit. Die österreichische Tageszeitung Der Standard berichtete jüngst darüber, dass Amazon ein Interesse an einer eigenen Kryptowährung nachgesagt werde. Viele Fans des Kryptogeldes bedauern, dass zum Beispiel mit Bitcoins immer noch nicht im Online-Handel bezahlt werden kann. Doch sind Kryptowährungen wirklich eine realistische Option für den Zahlungsverkehr im E-Commerce? Ich meine Nein – das ist völliger Unsinn. Dafür gibt es einige gute Gründe.

Begrenzte Geldmenge

Kryptowährungen operieren mit einer klar definierten, begrenzten und unveränderbaren Geldmenge. So ist diese zum Beispiel beim Bitcoin auf 21 Millionen Einheiten beschränkt. Durch diese Limitierung wäre ein Einsatz von Bitcoins als Zahlungsmittel im E-Commerce zwar nicht per se unmöglich, jedoch eben auf diese Geldmenge limitiert. Daraus ergibt sich auch automatisch eine eingeschränkte Verfügbarkeit dieses Zahlungsmittels bei den Konsumenten, das heißt, die Anzahl der Verbraucher, die diese Währung in ihren digitalen Geldbörsen hat, bleibt vergleichsweise gering. Diese Tatsache macht es wiederum für E-Commerce-Plattformen weniger attraktiv, die technischen Voraussetzungen für die Akzeptanz von Bitcoins als Zahlungsmittel zu schaffen. Eine Zahl aus dem stationären Handel verdeutlicht das: Selbst im deutschen Innovations-Mekka Berlin lässt sich die Zahl der Läden, die Bitcoins akzeptieren, an den Fingern einer Hand abzählen. Und diese lassen Bitcoins wohl auch eher aus Marketinggründen als aus wirtschaftlicher Überzeugung zu.

Kryptowährungen sind hochvolatil

Kryptowährungen sind hochvolatil, weisen also extreme Schwankungen in ihren Bewertungen auf. Beim Bitcoin haben wir 2017 eine Wertsteigerung von rund 1.500 Prozent über das Jahr gesehen. Es gab aber auch immer wieder Wertverluste in Höhe von mehreren Tausend US-Dollar innerhalb weniger Tage. Jeder kann sich ausmalen, was solche extremen Wertschwankungen für das Pricing von Online-Händlern und die Preistransparenz im E-Commerce, einen der großen Trümpfe des Online-Handels, insgesamt bedeuten würden.

Die Blockchain ist ein extremer Stromfresser

Die den Kryptowährungen zugrunde liegende Blockchain-Technologie ist extrem energieaufwändig. So verursacht beispielsweise eine einzige Bitcoin-Transaktion in etwa den Stromverbrauch eines deutschen Einpersonenhaushaltes für einen gesamten Monat. Zur Einordnung: Alleine Amazon hatte im letzten Weihnachtsgeschäft in Spitzenzeiten rund 600 Verkäufe pro Sekunde. Es ist offensichtlich, dass es weder ökonomisch noch ökologisch darstellbar ist, auch nur einen geringen Teil des Zahlungsverkehrs im E-Commerce über die Blockchain abzuwickeln.

Fazit: Bitcoins im E-Commerce – no way!

Kryptowährungen wie Bitcoins taugen zumindest in ihrer derzeitigen Erscheinungsform, Verbreitung und technologischer Ausgestaltung nicht für den Einsatz im E-Commerce in nennenswertem Ausmaß. Es ist natürlich nicht völlig  auszuschließen, dass die genannten heute gegebenen Ausschlusskriterien in ferner Zukunft einmal beseitigt werden. Absehbar ist dies allerdings nicht. Bisher ist die Anzahl an Online-Shops, wo man mit Bitcoins zahlen kann, noch recht überschaubar.

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Comments (6)

  • Hallo Herr Zimmermann, es ist nicht mehr fern bis das alles funktioniert. Mit RadixDLT wird seit 5 Jahren an genau solch einer Plattform und genau für diesen Zweck gearbeitet. Diese wird im 3. Quartal 2018 released, davor ist es aber auch schon möglich zu betatesten. Ich kann Ihnen nur empfehlen sich darüber zu informieren.

    In Kürze was es kann:
    – Elastisches Supply/Demand System, komplett Algorithmusgesteuert = Stabiler Wert, keine “Geldbegrenzung”
    – Extreme Skalierbarkeit durch horizontales Sharding = Schelligkeit
    – Consensus setzt voll auf Bezahlung für getane Arbeit = Fair
    – Consensus setzt auf volle Individualität = Node an+anschalten kein Problem
    – Ist eine distributed ledger technologie, aber ohne das 33% Problem = Keine Blockchain, keine DAG
    – Ist komplett dezentral, keine Masternodes, Koordiantoren oder ähnliches!
    – Extrem schnell, bis zu 500.000 Transaktionen pro Sekunde sind möglich.

    Das System ist so designt, dass es sogar stabiler als der Euro und der Dollar sein kann. Heisst, es ist sogar ein System denkbar, in dem Versicherungen ohne Risiko ihre Werte aufbewahren können.

    Kurz: Es wird die Welt verändern.

    Weitere Features: Asset Exchange, Dezentrale Börse, ENS, Marketplace, integrieter Broswer, Chatsystem, SCrypto Programmiersprache (Javascript + Radix library), APPStore, Radix API, TRAID fiat on/off ramp u.v.m.

    Weitere Infos unter http://www.radix.global

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  • @Holger
    Wie, wann, wo kann man Radix kaufen?

    Soviel ich weiss, deckt “RaiBlocks” viele deiner Argumente schon ab.

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  • Also für einen Artikel auf “ecommerce-VISIONEN” ist das echt schwach.
    Bei Visionen gehts auch ein bisserln um die Zukunft – einfach den Status Quo aufzuschreiben, ohne sich darüber zu informieren was alles möglich ist, ist auf einer Seite die “Vision” im Namen hat echt nicht angebracht…

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    • Ist letztlich eine Meinung und nicht unbedingt die, der Redaktion. Aber durchaus auch legitim, mal die andere Seite oder Meinung zu zeigen. Sehr schön, dass sich eine Diskussion hier bildet 🙂

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  • Zunächst einmal vielen Dank für die engagierten Kommentare.

    Ich habe in meinem Artikel nach Recherche meine Ansicht zur Rolle von Kryptowährungen im E-Commerce heute und in absehbarer Zukunft dargelegt. Diese halte ich für gut begründet. Aber es ist eben nur eine Meinung – meine Meinung.

    Neben den von mir bereits genannten Aspekten möchte ich noch darauf hinweisen, dass das Payment im Online-Handel ein hoch sensibles Thema ist. Die jährlichen Payment-Studien des EHI zum Beispiel weisen empirisch nach, dass die Zurückhaltung gegenüber neuen Zahlmethoden extrem hoch ist. Paypal, Lastschrift und Überweisung – und dann kommt lange, lange nichts.

    Mir fehlen überzeugende Argumente, warum sich daran in den kommenden fünf oder zehn Jahren etwas ändern sollte.

    Allerdings respektiere ich auch die Ansicht, dass radix “die Welt verändern” wird.

    Wie so oft, wird die Zeit es zeigen.

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  • @Frank
    “Mir fehlen überzeugende Argumente, warum sich daran in den kommenden fünf oder zehn Jahren etwas ändern sollte.”

    – Die unnötigen Preise beim Bezahlprozess (Zahlungsprovider, Kreditkartenunterhnehmen…)

    – Geschwindigkeit (bis das Geld von den Banken gutgeschrieben wird)

    – zu viele Parteien sind involviert, obwohl nicht nötig weil P2P

    – Sicherheit (Dezentralisation)

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