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Lidl stampft Online-Pläne überraschend ein

Lidl stampft Online-Pläne überraschend ein
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Nach übereinstimmenden Medienberichten – zuerst hatte die Lebensmittelzeitung berichtet – stampft der Lebensmitteldiscounter Lidl völlig überraschend seinen geplanten Start in das Online-Geschäft wieder ein. Vorgesehen war in erster Linie ein Click & Collect-Service, bei dem die Kunden ihre Ware online ordern und dann an Lidl-Filialen auch außerhalb der Geschäftszeiten hätten abholen können. Mit diesen Plänen ist dem Vernehmen nach jetzt Schluss. Über die Tatsache selber sowie über die Gründe für diesen Schritt schweigt sich die Spitze des Discounters wie üblich aus. Es wird spekuliert, dass die Rolle rückwärts im Zusammenhang mit dem Ausscheiden des Lidl-Chefs Sven Seidel im Februar zu sehen und zu werten sei.

Die Discounter zögern bei Online merklich

Gerade in der vergangenen Woche hatten wir berichtet, dass Amazon jetzt mit DHL als Logistikpartner mit seinem Lebensmittel-Lieferdienst Amazon Fresh ernst macht, wovon ein gewisser Druck auf den klassischen stationären Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ausgeht. Viele Marktbeobachter, so auch wir bei ecommerce-vision, sind der Auffassung, dass der klassische LEH in Deutschland gut beraten wäre, diese erste Attacke von Amazon auf den 170 Milliarden schweren Markt mit eigenen attraktiven Online-Services zu kontern, um nicht zu viele Marktanteile an Amazon und andere Online-Player zu verlieren.

Doch insbesondere die Discounter halten sich diesbezüglich merklich zurück. Von Aldi sind keinerlei Pläne bekannt, Services für Online-Food über das gesamte Sortiment anzubieten. Konkurrent Lidl hat jetzt den beschriebenen Rückzieher gemacht. Über die Gründe kann nur spekuliert werden.

Rewe & Co online deutlich aktiver

Das Segment der Supermärkte ist in Sachen Online-Services auch bei Lebensmitteln deutlich aktiver. Eine gewisse Vorreiterrolle nimmt hier Rewe ein. Die Kölner experimentieren schon seit geraumer Zeit mit diversen Online- und Lieferservices. Hier will man offensichtlich für das Szenario gewappnet sein, dass der Anteil von Online-Food am Gesamtmarkt, der momentan noch bei nur rund einem Prozent liegt, steigt, und will seine Kunden mit entsprechenden Online- und Lieferservices an sich binden.

Scheuen die Discounter die Investitionskosten?

Natürlich ist der LEH vergleichsweise margenschwach und der Preiskampf insbesondere unter den Discountern gnadenlos. Da liegt der Verdacht nahe, dass Aldi, Lidl und ihre Wettbewerber im Discountersegment schlicht die Investitionskosten für den Aufbau der Infrastrukturen der Online-Services scheuen. Dort mag vielleicht auch die Meinung vorherrschen, dass die Kunden der Discounter nicht bereit seien, für Online Services zu bezahlen. Für das Click & Collect-Modell bei Lidl war laut Lebensmittelzeitung bei einem Mindestbestellwert von zehn Euro eine vergleichsweise moderate Servicegebühr von 2,99 Euro vorgesehen. Man wird sehen, ob die Discounter mit ihren Einschätzungen und ihrer Zurückhaltung beim Online-Lebensmittelhandel Recht behalten. Im Trend liegen sie damit jedenfalls nicht.

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