HomeAllgemein

Mehr Sichtbarkeit durch semantisches Markup: Schema.org für Online-Shops

Like Tweet Pin it Share Share Email

Das Problem

Das Thema „Semantik“ steht wohl bei jedem Suchmaschinenbetreiber auf der Agenda. Denn: Je besser eine Suchmaschine die Inhalte einer Seite verstehen kann, desto bessere Ranking-Entscheidungen kann sie auch treffen.

Wenn es also eine Produktseite gibt, wäre es gut, wenn Google wüsste, dass das Produkt von der Marke Esprit stammt und 54,95 Euro kostet. Diese Informationen können Google & Co. aber nicht einfach aus dem Text einer Seite entnehmen, weil Sprache eben mehrdeutig ist. Im Positivfall steht dort etwas wie:

„Dieses Produkt der Marke Esprit ist schwarz und kostet 54,95 Euro.“

Es könnte aber auch einen Text geben wie:

„Sehen Sie nicht schwarz: Wenn Ihnen der Esprit fehlt, kaufen Sie dieses Produkt. Aber nicht für 54,95 Euro, sondern mit 20 % Rabatt“.

Selbst wenn Suchmaschinen also gezielt nach Schlüsselwörtern suchen würden, könnten hier falsche Schlüsse gezogen werden. Google & Co. benötigen also etwas Hilfe dabei, bestimmte Eigenschaften eines Produktes zu erkennen.

Die Lösung

Derzeit scheint das Problem diffizil zu sein – vor allem, wenn es universell, also für alle Sprachen und Länder der Welt, gelöst werden soll. Die großen Suchmaschinenbetreiber wissen das natürlich auch und haben sich in einer Initiative namens Schema.org zusammengetan.

Auf der dazugehörigen Website http://www.schema.org/ finden sich Definitionen von HTML-Markups, also von Markierungen, die man in den Quellcode einer Seite einbauen kann. Das ändert nicht die Darstellung im Browser, hilft aber Suchmaschinen dabei, bestimmte Eigenschaften zu erkennen.

Für Shops sind dabei vor allem die folgenden Standards wichtig:

  • Product (http://www.schema.org/Product)
  • Offer (http://www.schema.org/Offer)
  • Review (http://www.schema.org/Review)

Den Laien mögen die Standards auf den ersten Blick verwirren, aber ein genauer Blick lohnt sich. Am besten kann man die Funktionsweise des Markups wohl an einem konkreten Beispiel verstehen. Das folgende zeigt einen kleinen HTML-Ausschnitt, in dem unterschiedliche Markierungen zu sehen sind:

<div itemscope itemtype=”http://schema.org/Product”>

<span itemprop=”name”>Blauer Schraubenzieher</span>

<span itemprop=”description”>Ein Schraubenzieher, der durch seine blaue Farbe auffällt.</span>

<div itemprop=”offers” itemscope itemtype=”http://schema.org/Offer”>

<span itemprop=”price”>9,99 Euro</span>

</div>

Das umgebende <div> verweist dabei auf den Standard http://schema.org/Product. Alle im <div> enthaltenen <span itemprop=…></span> definieren dann die einzelnen Eigenschaften des Produktes. Suchmaschinen können so also den Namen, die Beschreibung und den Preis des Produktes extrahieren.

Vorteile

Aber warum sollte man diese Informationen an Suchmaschinen liefern? Ein guter Grund liegt vor allem in den sogenannten Rich Snippets. Hierbei handelt es sich um zusätzliche Informationen, die in den Google-Ergebnissen angezeigt werden, z. B.

Mit Preis:
preis

 

Bewertungen:
Bewertungen 

 


Kombinationen:
Kombinationen 

 

 

Derartige Ergebnisse fallen in den Suchergebnissen oft besser auf und erzielen bessere Klick-Raten – insbesondere dann, wenn die umliegenden Suchergebnisse keine [MB1] solch attraktive Einbindung haben.

Es stellt sich natürlich auch die Frage, ob Google das Mehr an Informationen nicht auch mit besseren Rankings belohnt. Dafür gibt es derzeit noch kein Indiz, aber grundsätzlich wäre das natürlich vorstellbar.

Screen_SucheEine spannende Möglichkeit zeigt sich aber bei Google.com, wo es derzeit eine Rezeptsuche gibt, die auch auf dem semantischen Markup beruht. Google ermittelt aus den Seiten Daten wie Zubereitungszeit, Kalorien und Zutaten, um dann darauf eine vertikale Suche aufzubauen (siehe Abbildung).

Das ist natürlich in der Form für andere Märkte und Themen denkbar, auch wenn es dafür derzeit keine öffentlich bekannten Pläne gibt. Wer Google also die Daten zur Verfügung stellt, könnte zukünftig davon profitieren, in eine solche vertikale Suche aufgenommen zu werden.

Die Empfehlung

Online-Shop-Betreiber sollten zunächst einmal nachdenken, ob sie Daten strukturiert an Google übergeben möchten. Die Vorteile liegen auf der Hand, aber viele Händler haben auch Angst, dass sie zu viele Daten an den Suchmaschinen-Primus übermitteln.

Wer sich nach dieser Überlegung dafür entscheidet, sollte die folgenden Schritte gehen:

  1. Die Website http://www.schema.org/ besuchen und sich die für die eigenen Zwecke sinnvollen Markups zusammenstellen.
  2. Die Website entsprechend überarbeiten.
  3. Mit dem Rich Snippets Testing Tool überprüfen, ob die Daten auch korrekt eingebettet sind.

Über den Autor

Markus HövenerMarkus Hövener ist geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion. Außerdem ist er Chefredakteur des SEO-/SEM-Magazins suchradar, Blogger bei den Internetkapitänen, Autor vieler Studien und Analysen  und Redner auf vielen Online-Marketing-Konferenzen.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
Mehr Sichtbarkeit durch semantisches Markup: Schema.org für Online-Shops , 5.0 out of 5 based on 1 rating

Comments (1)

  • Besserer Semantik bei Suchmaschinenbetreiber bedeutet wieder Umdenken bei des SEOs. Gut, dass alles in Bewegung bleibt. Danke, guter Artikel!

    VA:F [1.9.22_1171]
    Rating: 2.0/5 (1 vote cast)

Comments are closed.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen