Wir haben in der vergangenen Woche bereits darüber berichtet, dass Mt. Gox, eine der größten Bitcoin-Handelsplattformen, offline war. Seit diesem Tag waren sich Nutzer der Plattform nicht sicher, wie es mit Mt. Gox genau weitergeht. In den Medien wurde über einen Diebstahl geschrieben und ein angebliches Dokument, wonach 740.000 Bitcoins (rd. 400 Millionen Dollar) digital entwendet wurden.
Die Sorge der letzten Tage war scheinbar berechtigt. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge, ist Mt. Gox insolvent. Am vergangenen Freitag soll das Unternehmen in Tokyo eine entsprechende Pressekonferenz abgehalten und mitgeteilt haben, dass ein entsprechender Insolvenzantrag gestellt wurde. Insgesamt soll das Unternehmen rund 46 Millionen Euro Schulden haben.
Ferner äußerte sich auf der Pressekonferenz auch Firmen-Chef Michael Karpeles auch zu den Gerüchten um die virtuellen Diebstahl. Wie er bestätigte, habe es Anfang Februar einen Hackerangriff gegeben und es könne sein, dass einige Bitcoins verschwunden sein könnten. Laut dem besagten internen Dokument soll es sich wie berichtet um 740.000 Bitcoins handeln. Mittlerweile ermitteln auch US-amerikansiche und japanische Behörden in diesem Fall.
Was bedeutet die Insolvenz nun für den Bitcoin?
Die genaue Auswirkung auf den Bitcoin ist noch nicht auszumachen. Als die weltweit größte Bitcoin-Handelsbörse wird es so sein, dass Anleger mehr als vorsichtig in Zukunft agieren werden. Immer wieder gab es Gerüchte um Hackerangriffe und Geldwäschevorwürfe im Zusammenhang mit dem Bitcoin. Im Interview vor einiger Zeit sprach der Gründer von bitcoin.de noch darüber, dass der Bitcoin die Chance haben könnte, eine echte alternative Währung im E-Commerce zu werden. Das wird die Zeit zeigen, erhebliche Bedenken sind aber angebracht und nicht mehr von der Hand zu weisen. Der Bitcoin hat aus unserer Sicht nur eine Chance, wenn er sich weltweit etablieren kann. Eine reine europäische oder gar deutsche Währung wird es nicht sein und daher ist es wichtig, dass weltweit auch an dem Vertäuen und Sicherheit der virtuellen Währung gearbeitet wird. Was die möglichen gestohlenen Bitcoins bei Mt. Gox angeht, ist nicht klar, was Hacker damit anfangen wollen. Denn jeder Bitcoin hat eine Art elektronisches Siegel, mit dem man den Bitcoin zurückverfolgen könnte. All die Vorkommnisse und Börsenschwankungen der letzten Wochen und Monate zeigt, dass der Bitcoin noch längst keine stabile Währung ist und das System als solches noch verfeinert werden muss.
Die Liste der Online-Händler, die den Bitcoin als alternative Zahlungsmethode anbieten, wird sicher weiter wachsen. Ob sie aber so schnell wachsen wird, wie sich Befürworter des Bitcoins es sich vorstellen, ist anzuzweifeln. Zu viel Unklarheiten gibt es noch, zu häufig wird die Entwicklung von negativen Dingen beeinflusst. Der Bitcoin muss aufpassen, dass er sich nicht selbst ins Aus manövriert. Wer als Online-händler mit dem Bitcoin arbeiten möchte, sollte sich dies aktuell zumindest noch sehr genau überlegen und schauen, mit welchen Maßnahmen man die Umsetzung so sicher wie möglich gestalten kann.
In den kommenden Wochen und Monaten gilt, das Vertrauen zurückzugewinnen, transparent aufzuklären, was mit den Bitcoins von Mt. Gox geworden ist und wie ein sicheres und nachhaltiges Handelsgeschäft ermöglicht werden kann. Das Vertrauen in die virtuelle Währung muss vergrößert werden. Dazu können Paymentdienstleister, Handelsbörsen selbst, aber auch Online-Händler beitragen. Ob dies gelingt wird auch von der weiteren weltweiten Entwicklung abhängen.