Bis zuletzt bestand noch Hoffnung bei den rund 2.000 verbliebenen Mitarbeitern, dass der zuständige Insolvenzverwalter einen geeigneten Investor finden würde. Ein kurzer Blick in die Vergangenheit des einstigen Versandhandels-Giganten zeigt, dass es über die Jahre immer wieder Höhen und Tiefen gab. nun scheint der Tiefpunkt erreicht und daher gibt es einen kurzen Blick in die Verganeheit:
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Gründung
Gegründet wurde Neckermann von Josef Neckermann im Jahre 1950. Von Beginn an setzte der Kaufmann auf Kataloge und verkaufte preisgünstige Textilien, Radios und großen Elektrogeräten. Zudem versuchte sich Neckermann in den folgenden Jahren neben den Kernprodukten auch im Reisesegment, im Vertrieb von Fertighäusern und Versicherungen.
Erste Krise – 1970
In den 70er Jahren, nach erfolgreichen Jahren, geriet das Stammhaus in eine erste schwere Krise und wurde von der Karstadt AG mehrheitlich übernommen.
In den Folgejahren hat sich das Unternehmen stetig weiterentwickelt. Im Jahr 2006 wurde aus der Neckermann Versand AG dann Neckermann.de. Mit der Umbenennung wollte das Unternehmen die neue Ausrichtung auf die neuen Medien symbolisieren. Nur ein Jahr später erfuhr Neckermann.de den nächsten Meilenstein. US-Investor SUN Capital kaufte das Unternehmen und strukturierte das immer mehr auf den Online-Handel fokussierte Unternehmen kräftig um.
2010 geriet KarstadtQuelle in eine extreme Schieflage und musste Insolvenz anmelden. SUN Capital übernahm die restlichen Anteile an Neckermann.de und das Online-Segment wurde immer erfolgreicher. In den kommenden Jahren kämpfte das Unternehmen immer wieder mit dem schnellen Wandel im Online-Business und jede zweite Stelle wurde weg rationalisiert. neckermann.de kämpfte seit erfolgreichen Jahren wieder mit der Verlustzone und bis zu 1.400 Arbeitsplätze sollten gestrichen werden.
Im Mai 2012 war die Situation rund um Neckermann.de nicht wesentlich verbessert. Im Gegenteil – der Betriebsrat lag ein umfangreiches Konzept zum Erhalt von hunderten von Arbeitsplätzen vor. Das Konzept sah, anders als von der Geschäftsleitung favorisiert, vor, den Textilbereich zu behalten. Investor Sun und die Geschäftsleitung nahm jedoch letztlich Abstand von dem Konzept und so sollte die Textilabteilung von neckermann.de geschlossen werden. Neckermann.de wurde als Pure Player umstrukturiert.
Im Juli 2012 war es dann soweit – neckermann.de musste Insolvenz anmelden. Investor SUN Capital verweigerte weitere Investitionen und sah in dem Konzept von Gewerkschaft und Geschäftsleitung keinen zielführenden Weg.
neckermann.de wird endgültig zerschlagen
Zum 30. September 2012 wird das Traditionsunternehmen endgültig geschlossen, da auch der beauftragte Insolvenzverwalter keinen neuen Investor für das Unternehmen begeistern konnte.
Quelle: derHandel