Video-on-Demand ist ein Bereich des eCommerce, der immer mehr Dynamik erfährt. Jetzt hat der US-amerikanische Anbieter Netflix offiziell bestätigt, dass er noch dieses Jahr nach Deutschland kommen wird. Alleine diese Ankündigung schlägt medial hohe Wellen – eine mit Spannung erwartete Expansion.
Der VoD-Markt ist ein wachsender Markt in Deutschland, aber dies ist erst der Anfang. Wie eine Prognose von Goldmedia vermuten lässt, wird das Umsatzvolumen des VoD-Marktes in Deutschland zunehmen. Dieses Jahr liegt es voraussichtlich bei 200 Millionen Euro, ein starker Zuwachs ist zwischen 2016 und 2017 zu erwarten, von 287 auf 357 Millionen Euro. Im Jahr 2018 soll das Volumen sogar 449 Millionen Euro betragen. So gesehen wird sich in den nächsten Jahren Video-on-Demand in Deutschland weiter etablieren.
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Netflix startet durch
Vermutet wurde es schon lange, nun ist es offiziell. In der Pressemitteilung lässt Netflix verlauten: „Netflix, Inc. (…), plans to significantly expand in Europe later this year, offering a wide-range of entertainment for a low monthly price in Germany, Austria, Switzerland, France, Belgium and Luxembourg.“ Im Rahmen einer zweiten Europa-Expansion kommt Netflix also nicht nur nach Deutschland. Schon jetzt ist Netflix mit über 48 Millionen Abonnenten in über 40 Ländern der größte Player unter den VoD-Diensten. Über nähere Details zum Angebot, das hier verfügbar sein wird, schweigt sich Netflix noch aus. „Zu einem späteren Zeitpunkt“ werde hierzu mehr verraten.
Etablierte Anbieter bleiben gelassen
Der VoD-Dienst WATCHEVER ist hierzulande gut aufgestellt und gibt sich dem neuen Mitbewerber gegenüber gelassen. Der Geschäftsführer Stefan Schulz meint nicht, dass sich alles ändern werde: „Vor einem Jahr hätte mir das vielleicht noch Sorgen bereitet, heute nicht mehr, inzwischen sind wir stark genug.“ Obwohl WATCHEVER zur genauen Anzahl seiner Abonnenten keine Stellung bezieht, wird so viel verraten, dass der monatliche Zuwachs an Neu-Abonnenten eine stabile sechsstellige Zahl darstelle. Des Weiteren wird gesagt: „Allein im Dezember haben wir 7 bis 10 Millionen Nutzungsstunden verzeichnet.“
Andere große Player wie Amazons Prime Instant Video sind ähnlich gut aufgestellt. Rechtzeitig zum erwartbaren Markteintritt von Netflix hat Amazon seinen Dienst umbenannt und neu strukturiert. Vor allem drückt der Dienst von Amazon auf die Preisbremse: Das monatlich kündbare Abo kostet 7,99 Euro, allerdings kann man auch längerfristig planen. Mit der Prime Mitgliedschaft für 49,00 Euro im Jahr kann man den Dienst ebenfalls nutzen und wäre umgerechnet bei 4,08 Euro monatlich.
VoD-Dienste krempeln unsere Sehgewohnheiten um
Einen VoD-Dienst zu benutzen, bedeutet eine personalisiertere Form des Schauens. Bevor das Programm startet, muss man eine Auswahl treffen. Vor allem jedoch steht einem der Dienst zur Verfügung, wenn man gerade Zeit hat – diese beiden Aspekte verändern die Erwartungshaltung an das Fernsehen. Eine Theorie, die man des Öfteren liest, ist die von Dr. Dirk Kleine von ProSiebenSat1. Er sieht VoD eher als Ergänzung zum bestehenden Fernsehen an: „Ich schätze, dass 70 Prozent der Zuschauer weiterhin das TV linear und passiv nutzen und 30 Prozent die personalisierte Variante.“
Die Dynamik des VoD-Marktes ist hierzulande groß, vor allem wenn man einen Blick in die Zukunft wagt. Ob Video-on-Demand allerdings die Kraft haben wird, unsere Sehgewohnheiten umzustellen, das bleibt abzuwarten – lange müssen wir allerdings nicht mehr warten.