HomeAllgemein

Newcomer auf dem Smartphone-Markt: Was sind ihre Erfolgsgeheimnisse?

Like Tweet Pin it Share Share Email

Warum ist der Smartphone-Markt so erfolgreich?

Vor rund einem Jahrzehnt, als der globale Siegeszug der Smartphones gerade an Fahrt Aufnahm, teilten sich im Wesentlichen zwei Marken diesen Markt auf. Rund 80% der Verkäufe in den USA gingen zu der Zeit auf das Konto der beiden Tech-Riesen. Hersteller wie LG, Sony oder Nokia waren in der Verkaufsstatistik nur eine Randnotiz. Lange Zeit schien es so, als ob sich an dieser Situation im Wesentlichen nichts ändern würde. Neuzugänge machten sich eher gegenseitig Marktanteile streitig, als am Status der beiden Platzhirsche zu kratzen. Zumindest im Westen – denn im asiatischen Raum bahnte sich bereits eine Revolution an. Denn die westlichen Industrienationen waren nicht die einzigen Länder, in denen Digitalisierung und Vernetzung Einzug hielten. Zahlenmäßig weitaus größere Märkte entstanden in den aufstrebenden Wirtschaftsmärkten China und Indien. Während auch hier einige wohlhabende Käufe prestigeträchtige Modelle wie das iPhone oder das neueste Galaxy S suchen, orientiert sich die breite Masse anderweitig. Das führt dazu, das führt dazu, dass der weltweite Marktanteil von Samsung und Apple heutzutage nur noch rund 30% beträgt. Die restlichen 70% teilt eine Vielzahl von Unternehmen unter sich auf. Neben der chinesischen Marke Huawei, die bereits seit langem auf dem internationalen Markt aktiv ist, gehören dazu auch einige Newcomer. Innerhalb weniger Jahre nach ihrem Markteintritt haben sie es teils geschafft, ihre Produkte hundert millionenfach an den Mann zu bringen. Welche Strategien stecken hinter diesen Erfolgen und was können Tech-Firmen von ihnen lernen?

Xiaomi

Die Xiaomi Corporation wurde 2010 in Peking gegründet und brachte in China erstmals 2011 ein Android-Smartphone auf den Markt. 2019 gehörte das Unternehmen laut Fortune erstmals zu den 500 umsatzstärksten Firmen der Welt und war damit das jüngste Unternehmen auf der Liste. Für ein Unternehmen, das erst 2018 an der Börse gehandelt wird, ist das eine beeindruckende Leistung. Im letzten halben Jahr verzeichnete die Xiaomi-Aktie daher ordentliche Kursgewinne, nachdem sie bei ihrem Debüt zunächst Federn lassen musste. Was bewegt derzeit so viele Anleger dazu, die Papiere des Chinesischen Technologiekonzerns zu zeichnen? Mit einer klugen Strategie ist es Xiaomi gelungen, sich zunächst in China und später in Indien als führender Smartphone-Hersteller auf dem Markt zu etablieren. Nachdem es sich in den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Erde etabliert hatte, begann Xiaomi 2017 auch in Europa zu expandieren, der Markteintritt in den USA erfolgte 2018. Aktuell ist Xiaomi nach verkauften Stückzahlen der viertgrößte Smartphone-Hersteller der Welt. Von dieser Strategie des sukzessiven Eintritts in zukunftsträchtige Märkte können sich auch andere international orientierte Unternehmen ein Scheibchen abschneiden.

Oppo

Wer im Internet nach der chinesischen Marke Oppo such, erfährt noch auf der Suchergebnis-Seite, wer die Zielgruppe des Herstellers ist. Die Marke positioniert sich ganz klar, sie möchte vor allem junge Menschen erreichen. Während andere Hersteller sich große Mühe geben, Geschäftskunden sowie ein zahlungskräftiges älteres Publikum zu erreichen, richtet Oppo sich an den Bedürfnissen junger und trendbewusster Käufer aus. Das Kalkül scheint aufzugehen: Oppo ist seit 2016 Marktführer in China und hat auf dem Weltmarkt nach Verkaufszahlen den fünften Platz inne. Die erfolgreiche Marketingstrategie der Firma basiert vor allem auf dem Sponsoring von Sportveranstaltungen wie den Spielen der Indischen Cricket-Nationalmannschaft, des FC Barcelona oder der French Open. Im asiatischen Raum konnten auch zahlreiche Prominente dafür gewonnen werde, die Marke zu bewerben.

Vivo

Vivo ist ebenso wie Oppo ein Tochterunternehmen des Konzerns BBK Electronics. In Europa ist die Firma aktuell kaum präsent, dafür aber in rund 100 Ländern der Welt. Neben zahlreichen asiatischen Ländern ist darunter beispielsweise auch Russland. Der Eintritt in den europäischen Markt dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein. Dass Vivo sich als globales Unternehmen sieht, zeigt sich beim Sponsoring der Fußballweltmeisterschaften 2018 und 2022. Dass auch Vivo auf ein junges und trendbewusstes Publikum setzt, zeigt sich durch eine Partnerschaft mit dem beliebten Online-Spiel PUBG. Bei einem der größten eSports-Turniere der Welt trat Vivo 2019 als Sponsor auf. Schließlich ist Vivo auch ein kleiner Product Placement-Coup gelungen, als die Firma kürzlich die Superhelden Captain America und Iron Man auf der Kinoleinwand ausstatten durfte. Mit solchen Maßnahmen baut die Marke in vielen Ländern ihr Image bereits lange auf, bevor erste Verkaufsbemühungen erfolgen. Dahinter dürfte das Kalkül stecken, gleich bei Markteintritt einen großen Käuferkreis zu erschließen. So kann das Unternehmen gewissermaßen mit einem Paukenschlag auf der Bildfläche erscheinen, anstatt sich mühevoll über Jahre respektable Verkaufszahlen zu erarbeiten.

OnePlus

Der dritte im Bund der BBK Electronics-Tochterfirmen ist OnePlus. Auch diese Firma setzt auf eine innovative Marketingstrategie, um sich zu positionieren. So waren die ersten Modelle nur über ein Invite-System zu erwerben. Eine künstliche Verknappung des Angebots hat sich in der Geschichte der Vermarktung schon oft als erfolgreiche Taktik erwiesen.  Im Gegensatz zu seinen Schwesterfirmen hat OnePlus sich entschlossen, von Anfang an auch in westlichen Ländern zu verkaufen. Das führt einerseits zu einer größeren Verbreitung der Geräte, andererseits aber auch zu einem geringeren Marktanteil in den jeweiligen Ländern. Welche Verbreitungsstrategie langfristig die größeren Erfolge verspricht wird sich noch zeigen. In jedem Fall ist BBK Electronics bestens aufgestellt, um zukünftig einen erheblichen Teil des Smartphone-Marktes unter seine Kontrolle zu bringen. Es ist durchaus denkbar, dass der Konzern mit seiner Strategie, mehrere Marken gleichzeitig zu positionieren, eines Tages Samsung an der Spitze der Smartphone-Verkäufe ablösen wird. Mit Apple, Huawei und Xiaomi wären bis dahin aber noch einige starke Gegner zu überholen.

Pixel

Wer jetzt denkt, die Zukunft des Smartphones liege ausschließlich in chinesischer Hand, der dürfte damit nur teilweise Recht haben. Denn zum einen ist nach wie vor die Android-Plattform des Amerikanischen Google-Konzerns der gemeinsame Nenner, der die meisten iPhone-Alternativen vereint. Zum anderen hat Google auch selbst ein Produkt ins Rennen geschickt, das zuletzt in den USA beachtliche Verkaufszahlen erzielte. Welche Ziele Google mit dieser Produktlinie verfolgt ist unklar. Ursprünglich sahen es viele Beobachter als  Versuch, eine High-End Alternative zu Apple-Produkten zu bieten. Wenn das der Fall war, dürfte die Strategie gescheitert sein. Vielleicht möchte sich Google mit dem Aufbau der Marke auch dagegen schützen, wenn eines Tages eigene Betriebssystem chinesischer Hersteller auf den Weltmarkt drängen. In Sachen Vermarktung ist der weltweit größte Anbieter von Online-Werbung jedenfalls denkbar gut aufgestellt. Das Nachahmungspotential für andere Tech-Firmen ist hingegen überschaubar.

 

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
Newcomer auf dem Smartphone-Markt: Was sind ihre Erfolgsgeheimnisse?, 5.0 out of 5 based on 1 rating

Comments (0)

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen