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Online-Lebensmittelhandel – warum scheitern die meisten Unternehmen?

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Das Geschäft mit Lebensmittel online zu verkaufen, kommt bei uns in Deutschland einfach noch nicht richtig in Schwung. Einige wenige Anbieter, ob Pure Player oder aber Tochterunternehmen größerer Lebensmittelkettenkämpfen um die Gunst der Kunden in diesem Segment. Supermarkt.de ist vor einiger Zeit mit großen Ambitionen in Hamburg gestartet und musste dem kapitalintensiven Geschäft letztlich Tribut zollen. Bereits seit einigen Jahren kämpfen die Unternehmen mit dem Vertrauen und der Akzeptanz der Kunden.

Bringmeister.de ist beispielsweise ein Tochterunternehmen der Tengelmann-Gruppe und somit eigentlich prädestiniert für den Verkauf von Lebensmitteln via Internet. Aber auch das Unternehmen schafft es bisher nicht, flächendeckend sein Geschäftsmodell zu etablieren und zu skalieren. Erst vor wenigen Monaten beispielsweise hat bringmeister.de seinen Dienst auf die Landeshauptstadt Düsseldorf erweitert. Wie nun die Lebensmittelzeitung berichtet, hat bringmeister.de seinen Dienst in Düsseldorf wegen mangelnder Rentabilität wieder eingestellt. Somit bleibt der Fokus auf die beiden bisher einzigen Städte Berlin und München

Warum scheitern die meisten Unternehmen beim Online-Handel mit Lebensmitteln?

Für einen Pure Player ist es sicherlich sehr schwer im eFood-Markt Fuß zu fassen. Vom Einkauf, über Warenhaltung und -kühlung bis hin zur Logistik muss das Unternehmen nahezu alles komplett neu und selbst aufbauen. Kein Wunder also, dass Supermarkt.de gescheitert ist, obwohl das Geschäftsmodell erste positive Anzeichen erkennen ließ. Hinzu kommt, dass die gehandelten Lebensmittel nur eine bestimmte Haltbarkeitsdauer haben und „abgeschrieben“ werden müssen, wenn der Händler auf den Waren sitzen bleibt. Bei anhaltender Akzeptanz in der Bevölkerung ein großes Problem. Niedrige Umschlagfrequenzen helfen keinem Unternehmen und stellen das Geschäftsmodell permanent in Frage.

Das bringmeister.de, edeka24.de & Co. sich nicht etablieren können, ist aus meiner Sicht nicht ganz nachvollziehbar. Die einzelnen Ladenlokale könnten als dezentrale Lager verwendet werden. So müssen Lebensmittel, die nicht abgenommen werden, auch nicht entsorgt, sondern können im Markt selbst eingesetzt werden. Selbst wenn dezentrale Lagerhaltung in diesem Fall zu kostenintensiv wäre, haben die Großen der Branche auch andere logistische Möglichkeiten, die man ins Kalkül ziehen könnte. Aus meiner Sicht ist das Problem oftmals hausgemacht, da der Online-Kanal einfach nicht die Aufmerksamkeit erhält, um das Geschäftsmodell zu etablieren. Vielleicht fehlt es auch an Know How im Unternehmen oder Mut, sich zu verändern. Hinzu kommt sicherlich die Schwierigkeit, dass die Margen im Lebensmittelhandel nicht üppig sind und vieles einfach über die Masse geschieht. Dennoch gibt es Ansätze, die den Handel mit Lebensmitteln im Internet erfolgreich machen könnten. Multi-Channel, Service, flexible Lieferungen, Kooperationen und das offensive Bewerben der Dienste in den stationären Geschäften sind nur einige Schlagwörter in diesem Zusammenhang. Insbesondere das Bewerben in den stationären Geschäften, Multi-Channel-Angebote werden aus meiner Sicht noch viel zu wenig genutzt. Es fehlt vielleicht an Aufklärung, insbesondere bei der älteren Generation. Was wäre, wenn man in den stationären Geschäften iPads integrieren würde und wie in anderen Branchen auch, damit experimentieren würden. Mitarbeiter könnten Kunden schulen, denn Dienst erklären und unterstützen.

Der Einkauf im Lebensmittelgeschäft geschieht häufig, oftmals muss die eingekaufte Ware weit getragen und dann zu Hause noch entsprechend versorgt werden. Würde man die Waren nach Hause geliefert bekommen, hätte man keine schweren Taschen mehr zu schleppen und könnte den Einkaufstag wesentlich entspannter angehen. Toilettenpapier, Getränke und andere Produkte würden bequem nach Wunschtermin angeliefert werden können

Fazit

Unabhängig von der Entwicklung ist die Idee des Online-Lebensmittelhandels nicht verkehrt. Immer mehr Menschen zieht es aus den Städten. Ältere Menschen müssen den Weg in die Zentren suchen, da große Lebensmittelketten sich meist nur in zentrumsnahen Gebieten noch ansiedeln. Vielleicht kommt das Business mit dem Online-Lebensmittehandel noch ein paar Jahre zu früh – das mag auch sein. Ich glaube aber vielmehr, dass die großen Lebensmittelketten noch nicht ausreichend für größere Veränderungen bereit sind. Ich würde vielleicht sogar einen Vergleich mit anderen Branchen wie dem Verlagswesen ziehen wollen. Auch hier wurde lange, fast zu lange gewartet, bis verstanden wurde, dass der Printbereich auf Dauer nicht die Zukunft ist und die Welt einfach digitaler wird. Unsere Generation ist mit dem Internet große geworden und wird spätestens im Alter von e-Food-Diensten profitieren und diese Nutzen. Auch die DHL sieht einen Trend im Lebensmittelhandel und rüstet sich für die Zukunft für den Versand von Lebensmitteln. Vielleicht hilft also der Blick in andere Branchen – nicht nur um zu verstehen, dass Mut für Veränderungen gefragt ist, sondern auch wie man erfolgreich den Spagat zwischen stationären- und online-Business schaffen kann.

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