Die Otto-Gruppe gehört zu den größten Unternehmen in Deutschland. Wie das Manager Magazin aktuell berichtet, wird das Hamburger Unternehmen aber kräftig Marktanteile einbüßen. Demnach wird das Wachstum von Otto wohl nur im einstelligen Prozentbereich liegen, während die Branche nach der Studie des bvh wohl um mehr als 15 Prozent gewachsen ist. Otto soll einen Gewinn vor Steuern von 200 Millionen Euro erwirtschaften, was lediglich rund 2 Prozent vom weltweiten Umsatz (12 Milliarden EUR) ausmachen würde.
Auch das Online-Geschäft von Otto scheint zu schwächeln und erreicht wohl nicht den erhofften Zuwachs. Wettbewerber wie Amazon und Zalando erreichen hingegen satte Zuwächse (Amazon +21% Umsatz, Zalando +50%). Beide Unternehmen setzen jedoch auf eine agressive Wachstumsstrategie, was zu Lasten der Marge geht und zum Teil mit kalkulierten Verlusten in Kauf genommen wird. Die Strategie von Otto war es hingegen immer, nicht auf „Teufel komm raus“ auf Marktanteilen zu schauen.
Dennoch wird es spannend sein, wie Otto auf die Zahlen reagieren wird und ob der ein oder andere Zukauf im digitalen Bereich 2013 vielleicht passieren wird. Mit der Marke Neckermann.de will Otto jedenfalls wieder stärker im E-Commerce mitmischen. Nach einem langsamen Start hat Otto den Neckermann-Shop in den Bereichen Wohnen, Bekleidung, Wohntextilien, Technik, Haushaltsgeräte und Sofa-Outlet mit rund 35.000 Artikel ausgestattet. je nach Strahlkraft der Marke wird Otto das Engagement sicherlich weiter ausbauen.
Auch der mobile Bereich birgt sicherlich noch Wachstumspotenzial bei Otto. Insbesondere Ebay und Amazon sind hier mit ihren Angeboten schon sehr weit und fahren ordentliche Umsätze ein. An der Stimmung in Deutschland liegt es jedenfalls nicht. Laut dem Nielsen-Report sehen die Deutschen ihre finanzielle Situation als gut oder exzellent an.