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Q2: Amazon-Ergebnis bärenstark – E-Commerce margenschwach

Q2: Amazon-Ergebnis bärenstark – E-Commerce margenschwach
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Amazon hat ein bärenstarkes Geschäftsergebnis für das zweite Quartal 2018 vorgelegt und damit sogar die so anspruchsvollen Kapitalmärkte positiv überrascht. Für die Zeit von April bis Juni wies der Online-Riese einen Gewinn von rund US $ 2,53 Milliarden aus. Das lag weit über den Erwartungen der Analysten, die im Vorfeld mit rund US $ 1,2 Milliarden gerechnet hatten. Amazon löst sich damit langsam aber sicher von seinem Ruf, zwar eine gigantische Umsatzmaschine zu sein, beim Gewinn aber regelmäßig zu schwächeln. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um satte 39 Prozent auf beeindruckende US $ 52,9 Milliarden.

Gewinnanteil aus E-Commerce vergleichsweise gering

Der Löwenanteil des überraschend hohen Gewinns stammt aber keineswegs aus der Sparte, die die allermeisten Beobachter zuerst mit dem Namen Amazon verbinden: dem E-Commerce. Die weitaus größten Gewinne erzielt das Unternehmen von Jeff Bezos mit Cloud-Services (Amazon Web Services – AWS) und Werbung. Aber ist die relative Margenschwäche von Amazon im E-Commerce ein Anlass zum Aufatmen für Online-Händler, die sich mehr oder weniger alle im direkten und kontinuierlichen Wettbewerb mit dem globalen Marktführer befinden? Wird das Management in Seattle angesichts der relativ geringen Profite möglicherweise irgendwann das Interesse am Online-Handel verlieren? Die Antwort lautet: Nein!

Wechselwirkung zwischen den Sparten

Zunächst einmal gibt es keinen Anlass für die Unternehmensführung, die weltweite Marktführerschaft im E-Commerce gemessen am Umsatz und den Marktanteilen aufzugeben, nur weil andere Sparten des Konzerns noch weitaus profitabler sind. So lange der E-Commerce nicht zum Geldgrab für Amazon wird – und davon ist er weit entfernt – gibt es keinen Anlass, in diesem Bereich bewusst kürzer zu treten. Das Gegenteil ist der Fall, denn es gibt wichtige Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Sparten des Amazon-Imperiums.

So profitiert das Werbe-Geschäft massiv von Informationen und Daten, die ursprünglich aus dem E-Commerce stammen. Durch die im Online-Handel gewonnenen Erkenntnisse zu Kundenpräferenzen kann Amazon beispielsweise Werbung viel präziser personalisieren als viele Wettbewerber und so höhere Preise und Margen im Werbe-Geschäft erzielen. Diesen Trumpf wird die Truppe von Jeff Bezos kaum freiwillig aus der Hand geben und daher im E-Commerce weiter Gas geben und den Druck auf den Wettbewerb hochhalten.

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