Am heutigen Tag wurde das Insolvenzverfahren der Schlecker-Gruppe vom Amtsgericht Um eröffnet. Davon betroffen ist neben Schlecker auch die Tochter-Gesellschaft IhPlatz. Die Gläubigerversammlung muss nun frühestens in sechs Wochen, spätestens in drei Monaten einberufen werden. Insolvenzmasse ist laut Gericht ausreichend vorhanden, sodass bis zur Entscheidung, ob eine Transfergesellschaft für Schlecker gegründet werden kann, nicht länger gewartet wird.
Eine finale Entscheidung, ob das Land Baden-Württemberg zunächst als Bürge in Vorleistung geht oder nicht, steht noch nicht fest. Nur wenn alle Bundesländer sich an der Bürgschaft beteiligen, wird der Bund den notwendigen Kredit in Höhe von rund 70 Millionen Euro für die Transfergesellschaft über die kfW-Bank gewähren. Die Verhandlungen laufen zur Stunde noch und ein Ausgang ist noch völlig offen. In die Transfergesellschaft sollen die 11.750 gekündigten Mitarbeiter der Schlecker-Gruppe und durch Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen fit für neue berufliche Herausforderungen gemacht werden.
Skepsis kam bei einigen Bundesländern insbesondere durch ein Gutachten der Unternehmensberatung PWC auf. Demnach gebe PWC dem Fortbestehen von Schlecker wenig Chancen. Keine einfache Entscheidung, die in den kommenden Tagen getroffen werden soll.
Auch Schlecker-Tochter IhrPlatz wird 122 der 612 Filialen schließen. Von 5.350 Arbeitsplätzen werden 650 Stellen auf jeden Fall gestrichen.