Der Countdown läuft. So könnte man zumindest die Situation im stationären Handel bezeichnen, wenn es um die Verzahnung von lokalem Shop und dem eigenen Online-Angebot geht. Die klassischen Ladengeschäft in den Städten sehen sich zunehmend dem Wettbewerb aus dem Internet ausgesetzt. Wer seine Kunden mittel- und langfristig an sein Ladenlokal binden möchte, sollte sich verstärkt Gedanken über ein zusätzliches Engagement im E-Commerce machen. Die richtige Balance zwischen den Ansprüchen und Möglichkeiten des stationären Geschäfts, mit denen eines Online-Shops, müssen in Einklang gebracht werden. Immer wieder wird uns als Redaktion die Frage gestellt, weshalb man als erfolgreicher Einzelhändler denn den Weg zusätzlich ins Onlinegeschäft suchen sollte. Die Antworten liegen auf der Hand, denn längst ist eine solche Denkweise veraltet, kurzfristig gedacht und wird dazu beitragen, dass die eigenen Kunden sukzessive den Weg in das eigene Ladenlokal meiden werden. Wenn nicht kurzfristig, dann aber mit hoher Wahrscheinlichkeit mittel- oder langfristig.
Die Zeiten haben sich aufgrund des Internets, der Tablet-Computer und Smartphones dieser Welt einfach verändert. Hinzu kommen die Arbeitsbedingungen beziehungsweise Arbeitszeiten, die es manch einem nicht mehr möglich macht, abends in Ruhe einkaufen zu gehen. Von zu Hause geht es ja nun auch immer besser und zuverlässiger. Der Handel muss digitales denken schnell lernen.
Wieso Ladenlokale online ergänzen sollten!
- Online-Shops haben auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten geöffnet und sind an 24 Stunden und sieben Tagen in der Woche geöffnet.
- Mit dem Online-Shop können neue Produkte einer breiten Interessenschaft angeboten werden. Außerdem sollte man den Shop als Ergänzung und nicht als Wettbewerb sehen. Bei kleineren Unternehmen kein Problem, aber viele große Unternehmen finden oftmals keinen Konsens im Gesellschafterkreis, da unterschiedliche, teilweise regionale Ziele im Fokus stehen und somit der Online-Shop zu wenig Priorität erhält.
- Attraktive Multi-Channel-Angebote sorgen für eine Kundenbindung, die Pure Player einfach nicht leisten können. Lassen Sie ihren Kunden entscheiden, ob er die Ware nach Hause geliefert bekommen möchte oder vielleicht am anderen Tag im Ladenlokal abholen möchte.
- Kunden sind laut verschiedenen Statistiken offen für computerbasierte Kiosksysteme. Führen Sie ihre Kunden in ihrem Geschäft an die neue Technik heran.
- Couch-Commerce: Menschen mögen das Shopping von zu Hause. Es ist entspannter, der Arbeitsstress in der Woche und die zunehmende Verbreitung von Tapet-PCs und Smartphones sprechen einfach für eine zusätzlich, ergänzende E-Commerce Lösung. Couch Commerce bietet vielseitige Möglichkeiten – wie wäre es mit einer Shopping-Party?
- Die Einzelhandelsumsätze im Online-Business steigen sukzessive. Eine aktuelle Umfrage des Einzelhandelsverbandes HDE gab an, dass 13 Prozent der Händler im Weihnachtsgeschäft 2012 mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes im Internet erwirtschaftet zu haben. Der Trend geht weiter in diese Richtung.
- Mit innovativen Konzepten und neuen Wegen kann man sich vom Wettbewerb abgrenzen.
Die Vorteile und Notwendigkeit, nicht nur einen stationären Shop zu führen, sondern sich den veränderten Voraussetzungen zu stellen und auch im Online-Business sukzessiv durchzustarten, muss jeder Händler für sich ausmachen. Dennoch ist zu raten, sich dem Thema verstärkt anzunehmen. Die E-Commerce Branche wächst und wird von Jahr zu Jahr professioneller.
Beispiel Tee-Shop
Wieso sollte ein Tee-Laden beispielsweise nur seine Tee-Sorten im stationären Geschäft und nicht seinen Kunden auch optional die Möglichkeit anbieten, den Tee bequem auf seiner Homepage zu bestellen und liefern zu lassen. Als besonderes Goodie könnte er beispielsweise mit jeder Bestellung kleine Testpakete mit neuen Teesorten schicken und so vielleicht den Absatz mittelfristig erhöhen. Wenn ein gutes CRM-System, welches heutzutage auch nicht mehr die Welt kostet, dahinter gelagert ist, könnten gezielte Informationen dem Kunden geschickt werden oder ihm einfach zum Geburtstag gratuliert werden. Kundenbindung eben. Der Kunde wird es zu schätzen wissen.
Hallo Thomas,
netter Beitrag und hoch aktuell.
Das Hauptproblem: Viele stationäre Einzelhändler haben eine relativ große Angst vor dem Internet:
– Zum einen, da sie teilweise der älteren “Analog”- und nicht der jüngeren “Digital”-Generation angehören
– Zum zweiten, weil einigen von ihnen schon viel versprochen wurde, sich aber auch schon viele Entäuschungen eingefangen haben
– Zum dritten, viele Inhaber mit den tagesaktuellen Problemen zu kämpfen und nicht den Kopf frei haben, um in so einem komplexen Thema nach vorne zu schauen
– Zum vierten, schon einige von der Notwendigkeit wissen, es zumindest instinktiv fühlen, aber lieber verdrängen und aufschieben
– Zum fünften, viele auch bereits innerlich “gekündigt” haben und auf den Ruhestand oder auf einen Verkauf an einen Nachfolger hoffen, den es aber ohne Perspektive für das Geschäft nur schwer zu finden gibt
– u.s.w.
– Und ganz wichtig: Viele stationäre Einzelhändler sehen sich mit ihren existentiellen Fragen allein gelassen auf weiter Flur und nicht wirklich beraten oder begleitet. Dabei geht es nicht nur um die Entscheidung allein, sondern auch um den zugehörigen Umsetzungswillen und die Frage nach dem richtigen Weg, Dies hängt natürlich auch damit zusammen: Hilfe suchen, Hilfe finden und Hilfe annehmen…
Siehe auch unter:
http://www.b2b-grosshaendleradressen.de/blog/online-2/mein-laden-im-internet-hat-der-stationare-handel-neben-dem-internet-noch-eine-zukunft/
Schönen Abend noch.
Viele Grüße
BB