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Was beim Glücksspiel im Gehirn passiert

Was beim Glücksspiel im Gehirn passiert
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Glücksspiel ist seit Jahrhunderten für Menschen auf der ganzen Welt eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen, und zwar aus gutem Grund. Glücksspiele verursachen eine ganz besondere Euphorie, wie sie Menschen, die regelmäßig zum Lottoschein greifen oder eines der vielen deutschen Casinos aufsuchen, nur allzu gut kennen.

Doch woher kommt diese Euphorie eigentlich? Und wie kann es sein, dass eine so freudige Freizeitbeschäftigung zu einem Problem, nämlich der Spielsucht, werden kann? Antworten auf diese Frage gibt die Biologie und die Funktionsweise unseres Gehirns. Wir zeigen Ihnen, was bei einem Besuch im Casino oder während einer Lottoziehung eigentlich mit uns passiert und erklären, was es mit der Faszination Glücksspiel auf sich hat.

Inhalt des Artikel

Was sind Glücksspiele eigentlich genau?

Jeder von uns hat eine gewisse Vorstellung, wenn wir von Glücksspielen lesen. Je nachdem, mit welchen Spielen wir in unserem Leben bisher mehr Kontakt hatten, werden wir an die unterschiedlichsten Glücksspiele denken. Lottoscheine, Pokerturniere, Slots oder Online Spielhallenbesuche mit 5 Euro Casino Bonus ohne Einzahlung – egal, um welche Form des Glücksspiels es sich handelt, eines haben all diese Spielarten gemein: Es gibt einen Glücksfaktor, der den Ausgang des Spiels entweder vollständig oder zumindest zu einem großen Teil beeinflusst.

Ein weiterer Aspekt, der in den meisten Definitionen von Glücksspiel erwähnt wird, ist die monetäre Komponente. Das bedeutet, dass Geld oder Geldäquivalente im Spiel eingesetzt und potentiell vermehrt werden können. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten an Glücksspielen:

  1. Reine Glücksspiele
    In diese Kategorie fallen alle typischen, als solche bekannten Glücksspiele: Lotterien, Würfelspiele, Slots und Tischspiele wie Roulette oder Craps. Es handelt sich hierbei um Games, bei denen der Ausgang des Spiels ausschließlich vom Zufall und damit vom Glück entschieden wird und man als Teilnehmer keinen Einfluss auf das Ergebnis nehmen kann.
  2. Teilweise Glücksspiele
    Hier geht es im Gegensatz zu den reinen Glücksspielen um Games, bei denen der Zufall zwar einen deutlichen Einfluss auf das Ergebnis hat, bei denen man als Spieler allerdings auch einen Einfluss auf das Spielergebnis hat. Hierunter fallen Spiele wie beispielsweise Poker oder auch das Brettspiel Backgammon.

 

Egal, um welche Art des Glücksspiels es sich jedoch handelt, die Mechanismen, die in unserem Gehirn ablaufen, sind die gleichen. Das erklärt auch, warum bei Spielsucht grundsätzlich nicht zwischen unterschiedenen Spieltypen unterschieden wird.

Glücksspiel aus Sicht der Neurobiologie

Grundsätzlich lässt sich das Glücksspiel auf Ebene der Gehirnströme vor allem in den Bereich der Neurobiologie einordnen. Anders gesagt, wird das Gehirn beim Glücksspiel in eine Art Ausnahmezustand versetzt, und zwar durch die Ausschüttung bestimmter Hormone. Der Kreislauf ist dabei recht einfach:

  1. Der Gedanke ans Glücksspiel taucht auf oder es wird an einem Glücksspiel teilgenommen.
  2. Der potentielle Gewinn sorgt als positiver Anreiz dafür, dass Dopamin und Serotonin im Gehirn ausgeschüttet werden.
  3. Die ausgeschütteten Hormone bewirken ein Glücksgefühl – und genau dieses Gefühl ist, was uns immer wieder zum Glücksspiel zurückkehren lässt.

 

Klar wird bei diesen Vorgängen, die sich bisweilen nur mit den Vorgängen im Gehirn zu Beginn der Glücksspielerfahrung befassen, vor allem eines: Egal, ob man gewinnt oder verliert, der sprichwörtliche Glückszustand beginnt in unseren Köpfen, lange bevor es das erste Mal in der Kasse klingelt.

Wie kann Glücksspiel unser Gehirn beeinflussen?

In der aktuellen Gehirnforschung wurde vor einigen Jahren ein bis dahin unbekanntes Phänomen entdeckt, welches nicht nur den Bereich der Gehirnforschung, sondern auch den der Lerntheorie und vieler anderer Bereiche verändert hat: Die Neuroplastizität.

Als Neuroplastizität, auch neurologische Plastizität genannt, bezeichnet man, sehr einfach gesagt, die Fähigkeit des Gehirns, sich auch im Erwachsenenalter zu verändern. Anders als beim Wachstum unserer Knochen beispielsweise behält das Gehirn auch im fortgeschrittenen Alter seine Formbarkeit und unterliegt konstanten Veränderungen. Im Detail geht es dabei um strukturelle, funktionelle und auch adaptive Veränderungen im zentralen Nervensystem, so dass wir unser Gehirn durch Lernvorgänge und Wiederholungen sozusagen umstrukturieren können.

Diese Hormone haben uns im Griff

Insbesondere Spieler, die sich häufig im Casino aufhalten oder sich regelmäßig an der Spannung diverser Lotterieziehungen erfreuen, stehen unter dem Einfluss der beiden bereits erwähnten Hormone Dopamin und Serotonin.

Dopamin ist inzwischen weithin als sogenanntes Glückshormon bekannt. Denn einfach gesagt ist Dopamin nämlich tatsächlich für das Gefühl des Glücks verantwortlich. Der Spiegel an Dopamin im Blut beeinflusst, wie gut, also wie glücklich wir uns fühlen, indem entweder mehr oder weniger Rezeptoren in unserem Nervensystem von diesem Hormon besetzt sind.

Serotonin ist ebenfalls ein Botenstoff in unserem Körper, auch wenn er bisher noch nicht ganz den Bekanntheitsgrad des Hormons Dopamin erreicht hat. Serotonin führt ebenfalls dazu, dass ein positives Gefühl entsteht, die Motivation angekurbelt wird und sogar dazu, dass es auf der physikalischen Ebene des Magen-Darm- und des Herz-Kreislauf-Systems zu positiven Veränderungen kommt.

Wenn Glücksspiele zum Problem werden

Suchtverhalten liegt also nicht nur beim Glücksspiel vor, sondern kann auch in anderen Bereichen vorkommen, was in den bereits erläuterten Aspekten der Neurobiologie begründet ist. Die Neuroplastizität unseres Gehirns erlaubt nämlich nicht nur, dass wir auch als Erwachsene lernen, uns fortbilden und verändern können, sondern natürlich auch, dass Suchtverhalten sozusagen in die Funktionsweise des Gehirns einprogrammiert wird.

Wie das funktioniert? Über die beiden Hormone Serotonin und Dopamin, die ein immenses Glücksgefühl verursachen können – ein Gefühl, ähnlich einem Rauschzustand, das wir am liebsten immer wieder erleben möchten. Das Problem ist dabei allerdings weniger das Hochgefühl im Spiel selbst, sondern vielmehr das Tief, das auf jedes Hoch zwangsläufig folgt. Dieses Tief ist für die sogenannten Entzugserscheinungen verantwortlich.

Doch auch wenn man noch lange nicht Gefahr läuft, in die Glücksspielsucht zu entgleiten, der Einfluss auf unser Gehirn ist von Anfang an Teil des Glücksspielerlebnisses. Hierfür ist vor allem der Gewöhnungseffekt verantwortlich. Nicht nur Spieler im Casino, sondern auch viele andere Menschen wie beispielsweise Extremsportler erleben diesen Gewöhnungsfaktor, der erklärt, warum eine Freizeitbeschäftigung bezüglich des Nervenkitzels schnell an Reiz verlieren kann.

Was einst so spannend erschien und uns den Atem stocken ließ, verliert plötzlich an Glanz und die Suche nach dem High des Glücks- und Spannungsgefühls der ersten Versuche beginnt. Sei es der Casinospieler, der mit größeren Einsätzen spielt oder aber der Bergsteiger, dessen nächster Gipfel um noch einmal einige hundert Meter höher liegen muss – wir wollen mehr! Und genau das, was beim Glücksspiel im Gehirn passiert, ist der dafür verantwortliche Grund.

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