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Zalando reagiert auf Kritik an Arbeitsbedingungen

Zalando reagiert auf Kritik an Arbeitsbedingungen
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Über die Undercover-Reportage des Fernsehsenders RTL über die Arbeitsbedingungen beim Online-Modehändler Zalando haben wir wie viele andere Medien ausführlich berichtet. Das Echo in der Öffentlichkeit auf die von einer jungen Journalistin aufgedeckten Abläufe im Logistikzentrum in Erfurt war enorm. Wie bei den Shitstorms der Neuzeit üblich, ist es jedoch bereits wenige Wochen nach der öffentlichen Empörung schon wieder deutlich ruhiger geworden um dieses Thema.

Nichtsdestotrotz scheint sich der Modeversender zumindest Teile der Kritik an den Arbeitsbedingungen zu Herzen genommen zu haben und will nun an einigen Stellen nachbessern. Dies hat die Unternehmensführung jetzt zumindest angekündigt. So teilt David Schröder, Geschäftsführer Zalando Operations, in einer aktuellen Pressemitteilung mit:

„Wie bereits in den ersten Statements betont, nehmen wir jegliche Kritik an unseren Arbeitsbedingungen sehr ernst, prüfen diese intensiv und leiten bei Bedarf weitere Verbesserungen für unsere Mitarbeiter ab. Auch in diesem speziellen Fall werden wir alle Kritikpunkte gründlich untersuchen und haben dafür direkt nach Ausstrahlung des ersten Beitrages ein verantwortliches Projektteam ins Leben gerufen. … Aufgrund des hohen Interesses möchten wir einen Einblick in einige Zwischenergebnisse geben:

Wir haben uns am 23.4.2014 mit dem Datenschutzbeauftragten von Thüringen bei seinem Besuch in Erfurt in einem guten Gespräch darauf verständigt, gemeinsam bis zum Sommer unsere aktuellen Prozesse zu überprüfen und wo notwendig gemeinsam Veränderungen zu erarbeiten. Im Nachgang des Berichts haben wir zudem gemeinsam mit unserer Datenschutzbeauftragten unsere Prozesse und IT-Systeme noch einmal überprüft und alle zuständigen Mitarbeiter erneut in Bezug auf datenschutzrechtliche Vorgaben sensibilisiert.

Selbstverständlich können sich Mitarbeiter, die sich unwohl fühlen, jederzeit ausruhen und hinsetzen. Wir haben uns dazu entschlossen, unseren Mitarbeitern zukünftig auch während der Schicht zusätzlich zu den Sitzmöglichkeiten im Pausenbereich, auch im Produktionsbereich Sitzmöglichkeiten anzubieten, die im Falle von Unwohlsein oder Erschöpfung genutzt werden können und damit noch schneller erreichbar sind. Die meisten Arbeitsprozesse werden jedoch weiterhin – wie in jedem anderen Logistikzentrum auch – zum großen Teil im Stehen oder Gehen ausgeführt werden.

Wir werden in gemeinsamer Abstimmung mit unseren Mitarbeitern unser Arbeitszeitmodell an verschiedenen Punkten, wie z.B. in Bezug auf die geltende Pausenregelung, hinterfragen, wie bereits in der Vergangenheit beispielsweise bei der Verlängerung der Pausenzeit von 45 auf 60 Minuten oder der Anpassung der Schichtzeiten an den öffentlichen Nahverkehr.

Wir haben uns dazu entschieden, auf die angesprochene Belohnung in Höhe von 500 EUR für Hinweise, die zur Überführung eines Warendiebstahls führen, zu verzichten. Wir schätzen das gute Klima innerhalb unserer Belegschaft und wollen dies nicht gefährden.“

Sicherlich ist in dieser causa das letzte Wort noch nicht gesprochen. Dies gilt zum einen, weil eine öffentliche Reaktion der Arbeitnehmerseite zu den oben beschriebenen Ankündigungen noch aussteht. Und zum anderen ist da natürlich noch die Klage von Zalando gegen die RTL-Journalistin wegen des Verrats von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen anhängig. Es bleibt also spannend.

Wir haben auch zu dem Thema zwei unterschiedliche Betrachtungsweisen aufgezeigt. Hier geht es zu Artikel 1 und hier Artikel 2.

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